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VZBV prüft Sammelklage nach Grüüün-Aus

Berlin (energate) - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) prüft eine Sammelklage gegen die Münch Energie, nachdem das Unternehmen seine bundesweite Ökostromvertriebsmarke Grüüün zum Monatsende vom Markt nimmt. Das teilte der VZBV mit. Die Münch Energie hatte diese Entscheidung kurzfristig Anfang Oktober verkündet. "Grüüün hat mit einer Preisgarantie von zehn Jahren geworben. Jetzt stellt das Unternehmen die Belieferung mit nur drei Wochen Vorlauf ein", sagte Ronny Jahn, Leiter Team Sammelklagen beim VZBV. Versorger müssten sich an solchen Aussagen messen lassen, Mehrkosten aufgrund eines erzwungenen Wechsels dürften nicht an den Verbrauchenden hängen bleiben.

 

Ob der VZBV eine Klage erhebt, hänge davon ab, wie viele Menschen betroffen sind. Eigentlich dürfen Energieversorger ihre Tätigkeit nur beenden, wenn sie dies mindestens drei Monate im Voraus bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) angezeigt haben. Doch auch eine gute Woche nach dem angekündigten Rückzug von Grüüün hatte Münch Energie die BNetzA nicht über das Aus der Ökostrommarke informiert. Deshalb leitete die Behörde kürzlich ein Aufsichtsratsverfahren ein. Zusätzlich müssen Versorger gegenüber ihren Kunden die vertraglichen Vereinbarungen über die Vertragsbeendigung einhalten und sich an die Transparenzvorschriften des EnWG halten. Auch in diesem Fall untersucht die BNetzA den Versorger.

 

Als Grund für den Rückzug nannte Grüüün mehrere anstehende politische Entscheidungen der letzten Monate, wie beispielsweise das geplante EEG 2027 oder das angekündigte Netzpaket 2027. Klaus Kreutzer, Geschäftsführer des Beratungshauses Kreutzer Consulting, warnte hinsichtlich der Grüüün-Aufgabe via "LinkedIn", dass weitere Vertriebe ebenfalls bald aufgeben könnten. 

 

Grüüün nicht der einzige Rückzug

 

Grüüün ist nicht der einzige Versorger, der sich aus dem Markt zurückzieht. Insbesondere die kleinen Versorger stehen unabhängig von der aktuellen Krise vor großen Herausforderungen. Vor Kurzem gaben die Stadtwerke Espelkamp bekannt, ihren Energievertrieb zum Jahresende 2026 einzustellen. Auch weitere Versorger ziehen sich zurück: Die BNetzA listet mit der Senec einen Versorger, der sich zum 30. November 2026 abgemeldet hat. Mit Die Energieversorger, Stadtwerke Lauterbach, Propan Rheingas und den Elektrizitätswerken Josef Haimmerer haben sich weitere vier Versorger zum 31. Dezember 2026 abgemeldet. Erst jüngst hatte der Anbieter Homee den Energievertrieb unter der Marke "stromee" eingestellt. Die Stadtwerke Krefeld (SWK) haben dies für eine Stärkung ihres Vertriebsgeschäfts genutzt. Im Rahmen eines Asset Deals gehe "ein Großteil" der Energielieferverträge des Anbieters Homee auf die SWK Energie über. /sr

 

Die vollständige Liste der BNetzA der angezeigten Tätigkeitsbeendigungen von Energielieferanten ​nach § 5 EnWG finden Sie hier.

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