Verivox: Festpreise günstiger als dynamische Tarife
Heidelberg (energate) - Dynamische Stromtarife sind zwar günstiger als die Grundversorgung. Gegenüber Festpreistarifen sind sie aber teurer. Das geht aus einer Analyse des Vergleichsportals Verivox hervor. Demnach zahlen Verbraucher im Durchschnitt bis zu 123 Euro mehr, selbst wenn sie einen Teil ihres Verbrauchs in günstige Stunden verlagern. Ohne Neukundenbonus seien Festpreistarife ebenfalls günstiger. Auch nachdem Verivox ein E-Auto in den Verbrauch eingerechnet hat, seien Festpreistarife freundlicher für den Geldbeutel, dann allerdings nur inklusive Neukundenbonus. Lediglich im Szenario E-Auto ohne Bonus gewann der dynamische Tarif den Vergleich. Verivox bietet auch die Möglichkeit an, gezielt dynamische Tarife zu vergleichen.
Die Berechnungen gehen von einem Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh aus. Die Börsenpreise basieren auf den für den Folgetag viertelstundenweise gehandelten Day-Ahead-Auktionsergebnissen der Epex Spot. So zahlte der Haushalt mit dynamischem Tarif ohne Verhaltensänderung laut Verivox rund 645 Euro im ersten Halbjahr 2026. Wenn Verbraucher 15 Prozent ihres täglichen Verbrauchs aus der Abendspitze in die drei günstigsten Tagesstunden verschieben, etwa Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner, sanken die Kosten um 41 Euro auf 604 Euro. Die Grundversorgung sei mit 787 Euro zwar deutlich teurer gewesen, der günstigste Festpreistarif mit Neukundenbonus kostete hingegen nur 481 Euro. Auch ohne Bonus schnitt der Fixpreistarif am besten ab (588 Euro).
E-Auto verändert den Vergleich
Mit einem E-Auto geht die Analyse von einem jährlichen Gesamtverbrauch von 6.000 kWh aus. Das Auto wurde dafür im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr in den jeweils günstigsten Stunden geladen. Zusätzlich wurde für den dynamischen Tarif eine pauschale Stromnetzentgeltreduzierung in Höhe von 75 Euro netto für das erste Halbjahr 2026 einberechnet. So beliefen sich die Kosten für den dynamischen Tarif auf 821 Euro. Die Grundversorgung war mit 1.189 Euro deutlich teurer, während der Festpreistarif inklusive Neukundenbonus mit 726 Euro erneut günstiger ausfiel. Ohne diesen Bonus landete der Festpreistarif bei 889 Euro, 68 Euro teurer als der dynamische Tarif.
Vergleich der Bundesnetzagentur zeichnet gemischtes Bild
Auch die Bundesnetzagentur hat das Thema seit Ende 2025 auf dem Schirm und bietet über die Marktdatenplattform Smard den Vergleich von dynamischen Tarifen mit Festpreistarifen an. Das Fazit fällt hierbei gemischt aus. Nur im April dieses Jahres waren demnach die dynamischen Tarife günstiger als die Fixpreistarife. Im Jahr 2025 waren die dynamischen Tarife in insgesamt acht von zwölf Monaten günstiger als die Festpreistarife. /sr