TUI Cruises weitet Einsatz von Bio-LNG aus
Hamburg (energate) - Die Kreuzfahrtgesellschaft TUI Cruises baut den Einsatz von Bio-LNG in ihrer Kreuzfahrtflotte aus. Im Juni hat das Unternehmen mit der "Mein Schiff Flow" das zweite mit Flüssiggas betriebene Schiff der "InTUItion-Klasse" in Betrieb genommen. Beide sind mit Dual-Fuel-Antrieben ausgestattet und können neben Marinediesel auch LNG nutzen. Der Einsatz von Bio-LNG oder synthetischem E-LNG ist ohne technische Anpassungen möglich.
Das Schwesternschiff der Flow, die "Mein Schiff Relax", wurde im Jahr 2025 schon zweimal mit erneuerbarem LNG betankt. Inzwischen fahren beide Schiffe komplett mit Bio-LNG. Die "Mein Schiff Relax" absolviert ihre Sommersaison in Nordeuropa vollständig mit dem Kraftstoff. Auch die "Mein Schiff Flow" bunkert seit Sommer regelmäßig Bio-LNG in Barcelona und soll auch im Winter damit fahren.
26.000 Tonnen CO2 eingespart
Nach Angaben von TUI Cruises konnten durch den Einsatz von Bio-LNG bis Ende Juli bereits rund 26.000 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart werden. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen eine Einsparung von rund 50.000 Tonnen gegenüber einem Betrieb mit konventionellen Kraftstoffen.
Im Nachhaltigkeitsbericht 2025 hatte TUI Cruises bereits angekündigt, Bio-LNG zu einem festen Bestandteil des Treibstoffmixes zu machen und den Anteil 2026 deutlich zu steigern. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 1.700 Tonnen Bio-LNG eingesetzt. Über die gesamte Flotte wurden 9.300 Tonnen LNG verbraucht. Bio-LNG machte damit rund 15,5 Prozent der ausgewiesenen LNG-Menge aus. Insgesamt wurden im Jahr 2025 rund 206.200 Tonnen Treibstoff verbraucht.
Landstrom und Abgasnachbehandlung
Neben den alternativen Kraftstoffen setzt TUI Cruises bei der neuen Schiffsgeneration auch auf Landstrom und Abgasnachbehandlung. Die beiden Schiffe verfügen über Landstromanschlüsse, über die während der Hafenliegezeit auf die bordeigene Energieerzeugung verzichtet werden kann. Die Liegezeiten machen nach Angaben des Unternehmens rund 40 Prozent der Betriebszeit aus. Zudem sollen verbesserte Katalysatoren die Stickoxidemissionen im Hafenbetrieb auf ein mit Euro-6-Grenzwerten vergleichbares Niveau senken.
Kreuzfahrten sind beliebt, gelten wegen der Nutzung von Schweröl aber als besonders klimaschädlich. Schweröl ist nach dem aktuellen "Kreuzfahrtranking 2026" der Umweltorganisation Nabu in der Branche immer noch weit verbreitet. "Wir übernehmen Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Produktentwicklung bis zum Schiffsbetrieb", erklärte TUI-Cruises-CEO Wybcke Meier. Ziel sei es, die Umweltauswirkungen des Geschäftsbetriebs schrittweise zu reduzieren. /tc