Steigende Strom- und Gaspreise erhöhen H2-Grenzkosten
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche lag das durchschnittliche Strompreisniveau über dem der Vorwoche. Treiber waren insbesondere die weiterhin geringe Windeinspeisung sowie die hohen Temperaturen, die zu einer angespannten Erzeugungssituation bei den europäischen Kernkraftwerken führten. In der Folge stieg der durchschnittliche Strompreis auf 146 Euro/MWh. Dadurch veränderten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 259 Euro/MWh (8,62 Euro/kg) und damit 59 Euro/MWh (1,98 Euro/kg) über der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 49 Euro/MWh (1,63 Euro/kg) und lag bei einem Durchschnittswert von 207 Euro/MWh (6,90 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 52 Euro/MWh (1,72 Euro/kg).
In der vergangenen Woche stiegen die Gaspreise weiter an. Haupttreiber waren die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus und den Zeitpunkt einer möglichen Öffnung dieses wichtigen Transitkorridors. Die durchschnittlichen Spotpreise lagen mit 61 Euro/MWh rund acht Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 6 Euro/MWh (0,20 Euro/kg) nach oben und notierten bei 134 Euro/MWh (4,45 Euro/kg) für den Hydex Blue beziehungsweise 122 Euro/MWh (4,08 Euro/kg) für den Hydex Grey.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 54 Euro/MWh (1,80 Euro/kg) auf im Mittel 136 Euro/MWh (4,54 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 85 Euro/MWh (2,82 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de