Startschuss für iKWK-System in Offenburg
Offenburg (energate) - Das größte Blockheizkraftwerk der Fernwärme Offenburg ist nach zweijähriger Aus- und Umbauphase in Betrieb gegangen. Mit einer Leistungserhöhung von 1,5 auf 7,5 MW versorgt die Anlage das Wohngebiet Albersbösch und die Innenstadt mit Wärme. Die Investitionssumme beziffert das baden-württembergische Unternehmen auf 21,5 Mio. Euro, eine Förderung fließt über das KWKG. Die Fernwärme Offenburg hatte bereits im Juni 2021 einen Zuschlag in einer iKWK-Ausschreibung erhalten - in Höhe von 11,78 Cent/kWh, erläuterte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage. Den vorgeschriebenen grünen Wärmeanteil liefern zwei Wärmepumpen mit einer Leistung von zusammen 3,2 MW, die sowohl Luft als auch Wasser als Wärmequelle nutzen. Ergänzt wird das System mit einem 3 MW-Elektrodenkessel und Kältemaschinen für das Kältenetz mit einer Leistung von rund 1 MW.
Fernwärmeausbau soll Auslastung erhöhen
"Für das Blockheizkraftwerk rechnen wir aktuell mit rund 2.800 Betriebsstunden pro Jahr", sagte die Unternehmenssprecherin. Mit dem weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes werde die Auslastung künftig steigen. Die Stadt Offenburg plant bis 2040 klimaneutral zu sein. Bisher wurden 30 Kilometer an Fernwärmetrassen verlegt, der Ausbau geht weiter. Mit dem iKWK-System liegt der grüne Anteil an der Fernwärme bisher bei über 30 Prozent. Der nächste große Ausbauschritt sehe ein weiteres Wärmepumpenkraftwerk am neuen Klinikum in Offenburg vor, so die Pressesprecherin. "Darüber hinaus arbeiten wir daran, zusätzliche Abwärmepotenziale im Stadtgebiet zu erschließen und für die Fernwärmeversorgung nutzbar zu machen", sagte sie.
Bei iKWK-Systemen kombinieren Fernwärmeversorger Blockheizkraftwerke mit grünen Wärmeerzeugern. Die vorläufig letzte iKWK-Ausschreibung erfolgte im Dezember 2025. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Fortsetzung über die KWKG-Novelle, ein erstes Eckpunktepapier dazu liegt seit kurzem vor. /mt