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Stadtwerke Landsberg arbeiten Hackerangriff auf

Landsberg (energate) - Die Stadtwerke Landsberg kämpfen mit den Folgen einer Cyberattacke. Inzwischen ist der oberbayerische Versorger zwar wieder in der Lage, Kundenanliegen zu bearbeiten und Verträge abzuschließen. Dennoch sei die Erreichbarkeit telefonisch wie auch per E-Mail noch eingeschränkt, heißt es in einem Hinweis auf der Homepage des Kommunalunternehmens. Demnach handelte es sich um eine sogenannte Ransomware-Attacke, bei der die Angreifenden den Zugang zu den IT-Systemen ihrer Opfer sperren und verschlüsseln. 

 

Die Daseinsvorsorge, sprich der Betrieb des Strom- und Fernwärmenetzes sowie die Ladeinfrastruktur für E‑Fahrzeuge, das Glasfasernetz und auch die Wasserversorgung, waren von dem Angriff nicht betroffen, betonte das Management. Ob und in welchem Umfang die Kriminellen Daten aus der Stadtwerke-IT abgezogen haben, werde noch untersucht. Belastbare Indizien dafür, dass die Systeme von Kunden und Partnern von dem Angriff betroffen waren, gebe es bisher keine, hieß es. Speziell der Diebstahl sensibler Daten über Kunden und Geschäftspartner gehört zu den größten Risiken, die sich aus Cyberangriffen ergeben können.

 

Datenabfluss als erhebliches Sicherheitsrisiko

 

Nicht selten tauchen solche Datenpakete im Anschluss an die Angriffe im Darknet auf. So geschehen etwa nach einer Attacke auf den nordrhein-westfälischen Regionalversorger GSM. Deshalb sah sich die GSM-Führung unlängst zu einer eindringlichen Warnung an ihre Kundschaft veranlasst. Die Gefahr: Daten wie E-Mail-Adressen, Kontonummern, Zugangsdaten für Kundenkonten oder auch Vertragsinhalte aus Energieverträgen könnten unter anderem für sogenanntes Phishing missbraucht werden. Davor warnte neulich eine Sprecherin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gegenüber energate. Die Behörde sieht seit Längerem eine erhöhte Bedrohungslage für den Energiesektor. Dazu, wie Kritis-Unternehmen im Ernstfall zur Schadensbegrenzung und weiteren Gefahrenabwehr verfahren sollten, spricht die Behörde dezidierte Empfehlungen aus.

 

Mit Notfallplänen schnell zurück im Normalbetrieb 

 

Akut geworden war der Hackerangriff auf die Stadtwerke Landsberg nach Unternehmensangaben bereits zu Beginn der vergangenen Woche. Dass die Stadtwerke vergleichsweise schnell in den betroffenen Bereichen zu ihrem Arbeitsalltag zurückkehren konnten, verdanken die Oberbayern ihren Notfallplänen mitsamt einer mehrgleisigen Strategie: Parallel zur Aufarbeitung durch den Krisenstab lagerten die Stadtwerke wichtige Prozesse auf kurzfristig etablierte Behelfssysteme aus. Ohnedies hatten die Stadtwerke "umgehend reagiert und sofort weitreichende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen", betonte die Unternehmensführung.

 

Dazu zählten neben der Trennung vom Internet und dem zeitweiligen Herunterfahren der gesamten IT auch die Hinzunahme externer Cybersecurity-Experten sowie das Einschalten aller zuständigen Behörden. Zudem brachten die Stadtwerke den Vorfall bei den Ermittlungsbehörden zur Anzeige. Es folgten "tiefenforensische Untersuchungen" und "engmaschige Prüfungen der Netzwerke und Systeme", die helfen sollen, den Vorfall komplett zu überwinden. /pa

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