Stadtwerke heben regionalen Projektierer aus der Taufe
Wuppertal (energate) - In Nordrhein-Westfalen geht sehr bald ein neuer kommunaler Erneuerbaren-Projektierer an den Start. Der strategische Fokus des Joint Ventures dreier Stadtwerke aus dem Bergischen Land liegt auf PV-Anlagen und Großbatterien, die fortan gemeinschaftlich sowohl finanziert als auch realisiert und betrieben werden sollen. Hinter der Neugründung stehen die Versorger der Kommunen Solingen, Remscheid und Wuppertal. So die Kommunalaufsicht grünes Licht gibt, werde die Gründung voraussichtlich im Oktober des laufenden Jahres notariell vollzogen, teilten die Wuppertaler Stadtwerke WSW mit. Demnach haben alle drei Kommunalverwaltungen dieser neuen "Bergischen Kooperation" zugestimmt.
Alle drei Versorger sind Teil der Stadtwerke-Kooperation Trianel, die ihrerseits den Erneuerbarenausbau über eigene Projektentwicklergesellschaften vorantreibt. Während die WSW und die Stadtwerke Solingen direkt zum Trianel-Gesellschafterkreis gehören, ist der Kommunalbetrieb in Remscheid über seine Energiesparte EWR engagiert. Die Bergische Kooperation tangiere die Aktivitäten im Trianel-Netzwerk nicht, stellte eine WSW-Sprecherin gegenüber energate klar. Vielmehr geht es den drei Partnern darum, die Kräfte zu bündeln und den Erneuerbarenausbau regional im Bergischen Land zu forcieren.
Prosumermarkt und Dekarbonisierung im Blick
Außerdem soll sich das in Gründung befindliche Gemeinschaftsunternehmen als Dienstleister am Prosumermarkt positionieren und entsprechende Geschäftsmodelle entwickeln. Der Zusammenschluss als Trio, so die Hoffnung, bringt einerseits Skaleneffekte und schafft andererseits eine breitere Risikostreuung. Unterm Strich soll die neue Allianz auch auf die Dekarbonisierungsziele der drei Städte einzahlen, hieß es. Dabei haben sowohl die WSW als auch die Stadtwerke Solingen 2035 als Zieldatum für klimaneutrale Energieversorgung avisiert. Bei der EWR ist bislang von "spätestens 2045" die Rede.
Gesellschafter auf Augenhöhe
Ansiedeln wollen die Stadtwerke ihr Joint Venture in Wuppertal. Geplant ist eine Gesellschafterstruktur auf Augenhöhe, sprich alle drei Muttergesellschaften halten ein Drittel an der neuen Tochter. Passend dazu soll der Vorsitz bei den Gesellschafterversammlungen stetig zwischen den drei Stadtwerken wechseln. Die Führung des Unternehmens wollen die drei Partner in externe Hände geben. Bis allerdings ein oder eine passende CEO gefunden ist, übernimmt zunächst Christoph Nath, der Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid, diesen Posten, hieß es. /pa