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Siemens Energy rüstet Netztechnik-Portfolio auf

München (energate) - Netztechnik zählt zu den großen wirtschaftlichen Standbeinen von Siemens Energy. Jetzt erweitert der Großanlagenbauer sein Angebotsportfolio um Hard- und Software rund um die Themen Netzresilienz, Wartungstechnologie und Erneuerbarenintegration. Schlüssel dazu ist die Komplettübernahme der nordirischen Camlin Group. Zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte der Konzern mit. Die britische BBC spekuliert allerdings mit umgerechnet rund 290 Mio. Euro. Der Vollzug der Transaktion sei "im Laufe des Jahres" zu erwarten, erklärte Siemens Energy. Danach soll das 2010 gegründete Cleantech-Unternehmen mit aktuell rund 650 Beschäftigten als eigenständige Gesellschaft vom gegenwärtigen Management fortgeführt werden. 

 

Die gezielte Erweiterung des Netztechnik-Portfolios kommt ganz bewusst "zu einer Zeit, in der die Investitionen in Netzinfrastrukturen weltweit deutlich zunehmen", konstatierte das Siemens-Energy-Management. Gerade mit Blick auf Netzdigitalisierung und Smart-Grid-Technologie bewege sich Siemens Energy in einem "sehr dynamischen Marktumfeld", an das sich der Konzern mithilfe der Akquisition von Camlin anpasse, sagte der für das Segment Grid Technologies verantwortliche Vorstand Tim Holt.

 

Verteilnetzbetreiber und große Energiekonzerne als Kunden

 

Dazu passt, dass Camlin-CEO Peter Cunningham bereits im vergangenen Jahr "sehr ambitionierte" Wachstumsziele für sein Unternehmen ausgerufen hatte. Ohnedies sind die Briten nicht nur in der Heimat aktiv - wo sie unter anderem sämtliche Verteilnetzbetreiber zu ihrer Kundschaft zählen. Ferner setzen auch Großkonzerne wie die schottische SSE oder der schwedische Vattenfall-Konzern auf Camlin-Technologie. Zu den avisierten Wachstumsmärkten, wo Camlin bereits aktiv ist, zählt CEO Cunningham neben Europa auch Nordamerika und den Nahen Osten. All diese Märkte sind auch für Siemens Energy traditionell von großer strategischer Bedeutung. "Es gibt weltweit kein Unternehmen in unserer Branche, das besser aufgestellt ist, um die sich wandelnden Anforderungen der Netzbetreiber zu bedienen", hatte sich Cunningham bei der Vorstellung der jüngsten Unternehmensbilanz selbstbewusst gegeben.

 

Im Detail bietet Camlin vor allem Monitoring-Sensorik und -Software an, mit der sich Netzbetrieb und Wartung optimieren lassen. Hardwareseitig hat das Unternehmen außerdem Geräte gegen Störungen und Ausfälle im Portfolio. Ferner sind die Nordiren zugleich als Dienstleister für Netzbetreiber unterwegs. Jenseits der Energiebranche unterhält Camlin zudem eine Bahntechniksparte. Das Geschäftsjahr 2024 beendete die in Lisburn südwestlich von Belfast ansässige Camlin Group mit umgerechnet 104 Mio. Euro Umsatz und 9,7 Mio. Euro Vorsteuergewinn. /pa

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