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SH Netz erlebt Ansturm auf Netzanschlüsse

Quickborn (energate) - Der Verteilnetzbetreiber SH Netz sieht sich mit einer bislang beispiellosen Welle von Anschlussanfragen für Erneuerbare-Energien-Anlagen und Batteriespeicher konfrontiert. Nach Angaben des Unternehmens summieren sich die beantragten Leistungen auf knapp 60.000 MW. Das entspricht rund dem Vierfachen der Leistung aller Anlagen, die die Hansewerk-Tochter in den vergangenen rund 40 Jahren an ihr Netz angeschlossen hat.

 

Die Anträge entfallen auf etwa 21.000 MW Photovoltaik, 11.500 MW Windenergie und 27.000 MW Batteriespeicher. Zum Vergleich: Der aktuell angeschlossene Bestand an Erneuerbarenanlagen und Speichern liegt bei rund 14.500 MW. Die Jahreshöchstlast im Netzgebiet beträgt etwa 2.000 MW.

 

Als Reaktion auf die stark gestiegene Nachfrage wollen Hansewerk und SH Netz ihre Investitionen erneut erhöhen. Bis 2030 sollen rund 2,5 Mrd. Euro in die Stromnetze fließen, so viel wie zuvor innerhalb von zehn Jahren. Geplant sind unter anderem rund 120 neue Umspannwerke, 1.000 Kilometer Hochspannungsleitungen, 9.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungskabel sowie etwa 7.000 zusätzliche Ortsnetzstationen.

 

Zudem setzt SH Netz auf flexible Netzanschlussverträge, mit denen Anlagen bereits angeschlossen werden können, bevor die volle Netzkapazität verfügbar ist. Weitere Maßnahmen umfassen den Ausbau digitaler Ortsnetzstationen, moderne Messsysteme sowie neue Monitoring-Technologien zur besseren Auslastung bestehender Leitungen.

 

Warnung vor weiteren Herausforderungen

 

Trotz beschleunigter Genehmigungsverfahren warnt das Unternehmen vor Herausforderungen durch Materialengpässe, Fachkräftemangel und das hohe Bauvolumen. In einzelnen Regionen könnten deshalb zunächst geringere Anschlusskapazitäten als beantragt bereitgestellt werden. Kleinere Vorhaben wie PV-Dachanlagen, Wärmepumpen, Wallboxen oder Hausanschlüsse seien davon in der Regel nicht betroffen.

 

Auch andere Netzbetreiber melden stark steigende Anschlussbegehren. Edis zufolge liegen im Netzgebiet in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aktuell Anschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Leistung von knapp 120.000 MW sowie für Rechenzentren mit rund 26.500 MW vor. Hinzu kommen Anfragen für Erneuerbare-Energien-Anlagen im dreistelligen Gigawattbereich. Gleichzeitig sind im Edis-Netz bereits mehr als 17.000 MW Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien und über 200.000 Anlagen angeschlossen. Der maximale Bezug liegt jedoch nur bei rund 2.400 MW.

 

Fehlende Anschlüsse im Stromnetz stellen ein massives Problem für die Energiewende dar. In Deutschland warten einer Studie zufolge allein in den Verteilnetzen Projekte mit rund 140.000 MW erneuerbarer Leistung und 130.000 MW an Batteriespeichern auf Anschluss, was etwa 40.000 Vorhaben betrifft. /mh

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