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Rheinenergie kann mit GModG "gut leben"

Köln (energate) - Die aufgeregten Debatten um das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gehen an dem Kölner Versorger Rheinenergie weitgehend vorbei. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit den Regeln des Gebäudemodernisierungsgesetzes für Köln gut leben kann", sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht im Rahmen eines Pressegesprächs zur Bilanz des Versorgers. Er verwies insbesondere auf die kommunale Wärmeplanung der Domstadt. Daraus werde ersichtlich, dass es Quartiere in Köln gibt, die weder für die Wärmepumpe noch für die Fernwärme geeignet seien. "Und dafür braucht man eben Lösungen", gab Feicht zu bedenken. Dass das GModG den Gebäudeeigentümern eine größere Flexibilität bei der Wahl der Heizungstechnologie zugestehe, sei eine "pragmatisch gute Lösung". 

 

Kölner Fernwärme "sehr wettbewerbsfähig"

 

Das Gesetz aus dem Bundeswirtschaftsministerium, das sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet, sieht über eine "Biotreppe" eine schrittweise Einführung klimafreundlicher Brennstoffe in neuen Öl- und Gasheizungen ab 2029 vor. Der Entwurf hatte zuletzt lebhafte Debatten ausgelöst, so gab es beispielsweise Zweifel an der Verfassungskonformität oder auch Warnungen vor steigenden Heizkosten. Rheinenergie-Chef Feicht gab sich gelassen. Das GModG sei "okay", damit könne man umgehen. Auf die Wärmepläne der Rheinenergie habe das Gesetz in seiner jetzigen Fassung jedenfalls keine großen Auswirkungen.

 

Schwerpunkt der Kölner Wärmestrategie ist der Ausbau der Fernwärme, deren Anteil nach Vorstellungen der Rheinenergie von derzeit 18 Prozent auf 30 Prozent im Jahre 2035 steigen soll. Das Interesse der Wohnungswirtschaft sei groß, Fernwärme für diese Kundengruppe "sehr wettbewerbsfähig", sagte Feicht. 

 

Doch im Gegensatz zum GModG kommt einem anderen politischen Puzzlestück zur Wärmewende eine Schlüsselrolle für die Pläne der Rheinenergie zu. Feicht nahm die Bundesregierung in die Pflicht, endlich die anstehende Novelle der Wärmelieferverordnung in Angriff zu nehmen. Das Unternehmen hofft auf wichtige Impulse für den Fernwärmeausbau durch eine Neugestaltung des sogenannten Wirtschaftlichkeitsgebots. Denn aktuelle Kosten für die Fernwärmeversorgung mit historischen Gaspreisen zu messen, sei "kein fairer Vergleich", so Feicht. Für die Überarbeitung der Wärmelieferverordnung ist das Bundesministerium für Verbraucherschutz zuständig. 

 

Flusswärmepumpe: Baustart steht bevor

 

Herzstück der Kölner Wärmewende soll die geplante Flusswärmepumpe am Rheinufer werden. Hierzu hatte der Versorger gute Neuigkeiten im Gepäck. Da inzwischen alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, sollen nun in wenigen Wochen - nach langer Wartezeit - die Bauarbeiten starten. Am 23. Juli soll am Standort in Niehl im Kölner Norden die offizielle Grundsteinlegung stattfinden. Im Oktober 2028, pünktlich zum Start der Heizperiode, soll die Anlage dann nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufnehmen. Mit einem Volumen von 280 Mio. Euro zählt die Wärmepumpe zu den größten Einzelinvestitionen der Unternehmensgeschichte, wobei der Versorger rund 100 Mio. Euro Zuschüsse aus dem Förderprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW) erhält. 

 

Im Rahmen des Pressegesprächs präsentierte der Kölner Versorger eine durchwachsene Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr. Das Ergebnis vor Steuern ging um 28 Prozent auf 276 Mio. Euro zurück. Der Vorstand wollte diesen spürbaren Ergebnisrückgang aber vielmehr als Rückkehr zum Normalniveau verstanden wissen. Die vergangenen drei Jahre habe die Rheinenergie - aufgrund diverser Sondereffekte - mit "ungewöhnlich guten Ergebnissen" abgeschlossen, so Feicht. Das jetzige Jahresresultat liege trotz des Rückgangs "deutlich über den durchschnittlichen Ergebnissen von 2016 bis 2022", betonte er zugleich. Auf Basis der Bilanz führt die Rheinenergie mittelbar rund 185 Mio. Euro an die Stadt Köln ab.

 

Finanzvorständin Birgit Lichtenstein dämpfte auch die Erwartungen, dass der Kölner Versorger absehbar das Niveau der jüngeren Vergangenheit wieder erreichen werde. Für das laufende Jahr rechnet die Rheinenergie vielmehr mit einem weiteren Rückgang - auf ein Niveau von 185 bis 190 Mio. Euro. /rb

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