PV-Freiflächenauktion erneut deutlich überzeichnet
Bonn (energate) - Die jüngste Ausschreibung der Bundesnetzagentur für PV-Freiflächenanlagen war erneut überzeichnet. Zum Gebotstermin 1. Juli 2026 gingen 401 Gebote mit einem Volumen von 3.170 MW ein. Ausgeschrieben waren 2.135 MW. Die Bundesnetzagentur schloss 48 Gebote vom Verfahren aus. Insgesamt erhielten 261 Gebote einen Zuschlag. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 4,38 und 4,97 Cent/kWh. Der Durchschnittswert sank auf 4,79 Cent/kWh. In der Vorrunde hatte er noch bei 4,94 Cent/kWh gelegen.
Zu den erfolgreichen Bietern gehörten unter anderem Enerparc, Enercity, RWE und Teag. Die meisten Zuschläge gingen nach Bayern. Dort waren 75 Projekte mit insgesamt 429 MW erfolgreich. Es folgten Baden-Württemberg mit 266 MW, Rheinland-Pfalz mit 239 MW, Nordrhein-Westfalen mit 233 MW und Niedersachsen mit 225 MW. Die Ausschreibung umfasst PV-Freiflächenanlagen sowie Solaranlagen auf baulichen Anlagen, die weder Gebäude noch Lärmschutzwände sind. Die nächste Runde ist für den 1. Dezember 2026 vorgesehen.
Probleme häufen sich an
Die Auktion zum 1. Juli steht sinnbildlich für die Probleme des deutschen PV-Ausbaus. Zwar wurde der Zubau im ersten Halbjahr 2026 vor allem von Freiflächenanlagen getragen. Sie legten in mehreren Monaten deutlich stärker zu als im Vorjahr und sorgten maßgeblich für das Wachstum. Zugleich verschlechtert sich das Marktumfeld aber auch in diesem Segment. Sinkende Capture-Preise, niedrige Renditeerwartungen, Unsicherheit über den künftigen CfD-Förderrahmen und Probleme beim Netzanschluss belasten das Neugeschäft. Hinzu kommen die weiter sinkenden Zuschlagswerte aus den Auktionen, die die Wirtschaftlichkeit der Projekte weiter gefährden. Analysten gehen deshalb davon aus, dass große PV-Anlagen künftig zunehmend nur noch mit integriertem Batteriespeicher realisiert werden. Das erhöht allerdings den Kapitalbedarf. Nach Einschätzung des Branchenverbandes BSW spiegeln die positiven Zubauzahlen im ersten Halbjahr 2026 noch vor allem frühere Projektentscheidungen wider. /mh