(Noch) keine Kühlwasserprobleme
Aachen (energate) - Trotz Temperaturen um 40 Grad mussten die Kraftwerksbetreiber RWE, Steag und EnBW bislang noch keine konventionellen Kraftwerke aufgrund der Hitze drosseln. Das erfuhr energate auf Nachfrage. Das Problem: Konventionelle Erzeugungsanlagen werden häufig mit Flusswasser gekühlt. Dabei ist die Wärmemenge, die nach der Kühlung an den Fluss abgegeben werden kann, begrenzt. Allerdings sei die maßgebliche Grenztemperatur, die zu einer Einschränkung der Leistung führt, bislang noch nicht erreicht, heißt es von EnBW. Gleichzeitig erklärte der Betreiber: "Wir verfolgen angesichts der aktuellen Hitzeperiode die Entwicklung der Gewässertemperaturen sehr genau."
Steag und RWE haben Alternativen
Auch Steag erklärte, dass es keine Probleme mit der Kühlwasserversorgung gegeben habe. Grund dafür sei auch der Einsatz moderner Technik, die für einen effizienten Kühlwassereinsatz sorge. So sei dank der Kreislaufkühlung der Zusatzwasserbedarf des Steinkohlekraftwerks Walsum 10 im Vergleich zu einer Durchflusskühlung deutlich geringer. Und das erst 2022 in Betrieb gegangene Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Herne habe ebenfalls nur einen geringen Kühlwasserbedarf, spürbar geringerer als ein gewöhnliches Kohlekraftwerk.
Von RWE hieß es, an Standorten mit Gas- und Dampf-Kombikraftwerken (GuD) sei das Unternehmen in der Lage, auch in heißen Sommern zuverlässig Strom zu erzeugen. So gebe es beispielsweise Redundanzen bei der Kühlwasserversorgung. Neben fließenden Gewässern stünden weitere Möglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise die Nutzung von Grundwasser oder gespeichertem Regenwasser. "Unsere Braunkohlekraftwerke werden hauptsächlich mit Sümpfungswasser aus unseren Tagebauen gekühlt," erklärte ein Unternehmenssprecher. Sümpfungswasser sei in ausreichender Menge vorhanden und mit rund 15 Grad Celsius deutlich kälter als Flusswasser. /sd