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Münchner Start-up forciert die industrielle Wärmewende

München (energate) - Der Dekarbonisierungsdruck der Industrie bringt stetig neue Energiedienstleister hervor. Das Münchner Start-up Celsio hilft dem produzierenden Gewerbe seit 2025 dabei, bei der Prozesswärme auf Erdgas zu verzichten. Eine Finanzspritze in Millionenhöhe versetzt das Jungunternehmen jetzt in die Lage, das Geschäftsmodell weiter zu kommerzialisieren und die technischen Möglichkeiten aufzurüsten. Schlüssel dazu ist eine Frühphasenfinanzierungsrunde (Pre-Seed-Funding), die insgesamt 1,2 Mio. Euro einbrachte, teilte das Unternehmen mit. Demnach sollen die eingeworbenen Mittel vor allem dazu dienen, die hauseigene KI-basierte Trading-Software weiter auszurollen.

 

Celsio zielt im Kern auf die Dekarbonisierung besonders wärmeintensiver Betriebe, die in entscheidenden Produktionsprozessen auf hoch temperierten Dampf angewiesen sind, etwa aus der Chemie-, Papier- und Lebensmittelindustrie. Im Schulterschluss mit Technologiepartnern verschaffen die Münchner solchen Firmen Power-to-Heat-Anlagen. Damit lässt sich die heutzutage vielfach gasbasierte Dampferzeugung zum Teil elektrifizieren. Mit dem Schritt verspricht das Jungunternehmen zwei zentrale Vorteile: Einerseits drückt die zusätzliche Power-to-Heat-Anlage den Gasbedarf. Andererseits könne eine intelligente Fahrweise der Power-to-Heat-Anlage eine erhebliche Kostenersparnis bringen, wenn diese an der Entwicklung im Kurzfristhandel an den Strombörsen ausgerichtet wird, argumentiert das Unternehmen.

 

Aussicht auf kurze Amortisationszeiten für E-Kessel

 

Ebendiese optimierte Fahrweise übernimmt Celsio für die Kundschaft. Dabei eröffnet der Cleantech-Dienstleister auch zusätzliche Erlösquellen wie etwa die Bereitstellung von Regelenergie. Über die Kombination von automatisierter Anlagensteuerung und teils KI-basiertem Energiehandel sind die Gründer auch deshalb nach eigenen Angaben in der Lage, "Amortisationszeiten elektrischer Kessel von unter drei Jahren zu erreichen", wirbt das Unternehmen. Wie das Geschäftsmodell im Detail funktioniert, hatte Mitgründer Stefan Jokiel vor etwas mehr als sechs Monaten im Gespräch mit energate erläutert.

 

Gründung aus dem Umfeld der "Start-up-Schmiede" CDTM

 

Tim Engelmann und Stefan Jokiel gründeten Celsio 2025 am Center for Digital Technology and Management (CDTM) in München, wo sich beide als Studenten kennenlernten. Hinter diesem als "Start-up-Schmiede" des Freistaats Bayern bekannten Institut stehen zwei Hochschulen der Isar-Metropole: die Technische Universität München sowie die Ludwig-Maximilians-Universität. Erst im Februar des laufenden Jahres hatten ehemalige Studierende einen Venture-Capital-Fonds mit einem Volumen von rund 8 Mio. Euro aufgelegt. Dieser hatte damals schon bei Celsio investiert und gehört auch diesmal zu den Geldgebern des Start-ups. Angeführt hat die jüngste Pre-Seed-Finanzierungsrunde allerdings ein anderer Venture-Capital-Investor, der ebenfalls in München ansässig ist: Caesar VC. Außerdem engagierten sich verschiedene Business Angels. /pa

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