Mehr als Gas: Sefe wird Importeur für kritische Metalle
Berlin/Bordeaux (energate) - Der staatliche Gasimporteur Sefe baut seine Handelsaktivitäten abseits von Erdgas aus. Die ehemalige Gazprom-Tochter ist eine strategische Partnerschaft mit einem französischen Raffineriebetreiber zur Abnahme von hochreinem Nickel eingegangen. Die zehnjährige Vereinbarung gewähre "exklusive Abnahmerechte" für hochreines Nickelmetall des Herstellers EMME, teilte Sefe mit. Die entsprechende Produktionsanlage nahe der südfranzösischen Stadt Bordeaux befinde sich derzeit im Aufbau. Sefe beteiligt sich auch finanziell an dem Projekt, "um den Bau der Raffinerie zu ermöglichen", wie es hieß.
Sefe: Metallhandel als Schritt zur Diversifizierung
Bei EMME (Electro Mobility Materials Europe) handelt es sich um ein französisches Industrieprojekt, das den Status "von erheblichem nationalem Interesse" der Regierung genießt. Es soll der europäischen Batterieproduktion den langfristigen Zugang zu kritischen Metallen sichern. Die Anlage soll Nickel- und Kobaltprodukte zu batterietauglichen Sulfaten und hochreinem Nickelmetall verarbeiten. Für Sefe ist der Handel mit Metallen noch ein recht junges Geschäftsfeld. Seit dem vergangenen Jahr hat das Unternehmen sukzessive ein entsprechendes Handelsteam aufgebaut. Die Unternehmensführung sieht darin einen Schritt zur eigenen Diversifizierung. Da kritische Metalle wie Nickel, Kobalt und Kupfer für die Energiewende unverzichtbar seien, "ist unser Engagement in diesem Bereich eine logische Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells", erläuterte ein Unternehmenssprecher.
Der Zugang zu seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen war in der Vergangenheit häufiger Thema auf politischer Ebene. Zuletzt hatte beispielsweise der Europäische Rechnungshof (EuRH) davor gewarnt, dass bei der Versorgung mit energierelevanten Rohstoffen Engpässe drohen könnten. Bei strategischen Rohstoffen wie seltenen Metallen ist die EU bei der Verarbeitung nahezu vollständig auf China angewiesen. Um gegenzusteuern, hatte die EU im vergangenen Jahr den Aktionsplan "RESourceEU" vorgelegt, der die langfristige Versorgung mit kritischen Rohstoffen sichern soll. /rb