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Leere Gasspeicher: LTO-Sonderausschreibungen kommen

Berlin (enegate) - Nach den Spekulationen über mögliche Sonderausschreibungen zur Absicherung der Gasversorgungssicherheit ist es jetzt offiziell. Der Gasmarktgebietsverantwortliche THE hat die Konditionen für die sogenannten Long-Term Options (LTOs) veröffentlicht. Zusätzlich zu den rund 43.000 MW in der Regelausschreibung wird THE 36.300 MW unter den Hammer bringen. Die Gasspeicher sind in Deutschland historisch leer mit nur 56,55 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium hält die Auktionen für ein gutes Instrument für mehr Sicherheit im nahenden Winter, Marktteilnehmer sehen darin ebenfalls einen guten Ansatz aber kein Allheilmittel.

 

Die angekündigten Auktionen im Einzelnen: Für Februar werden in der Regelenergiezone H-Gas Süd (HS) 12.000 MW ausgeschrieben und für die erste Märzhälfte 8.500 MW. Für die Regelzonen H-Gas Gascade (HGE) und H-Gas Ontras (HOS) im Nordosten Deutschlands sind es 9.300 MW für den Februar und 6.500 MW für die erste Märzhälfte. Im Februar kann diese Leistung durch THE an 14 Tagen abgerufen werden und im März an sieben Tagen. Daraus ergibt sich ein maximales Arbeitsgasvolumen von 9,7 TWh, das durch die LTOs zur Sicherung der Versorgung blockiert wird. An die Regelzone HS sind alle bayerischen Speicher sowie die beiden Speicher in Österreich, 7Fields und Haidach angebunden. Unter die Zonen HGE und HS fallen neben den Speichern Rehden (Sefe Storage), Bad Lauchstädt, Bernburg und Katharina (VNG Gasspeicher) auch die Speicher Kraak (Hansewerk), Peckensen (Storengy Deutschland), Rüdersdorf (EWE Gasspeicher) sowie Staßfurt (RWE Gas Storage West).

 

Preise dürften steigen

 

Die Dimensionierung der Sonderausschreibung entspricht exakt der Sonderausschreibung von Anfang Februar 2026. Damals hatte THE insgesamt 59 Mio. Euro für Leistungspreise aufwenden müssen. "Das wird dieses Mal sehr viel teurer", sagte ein Händler spontan zu energate. THE hat gleichzeitig mit den Konditionen für die Sonderausschreibung auch die Konditionen für die Regel-Ausschreibung veröffentlicht. Die bereits genannten rund 43.000 MW entsprechen in etwa der Gesamtleistung aus der Regel-Ausschreibung 2026. Für Januar, Februar und März werden jeweils 14.350 MW ausgeschrieben. Die Leistung verteilt sich auf die beiden H-Gas Regelzonen HOS und HS sowie die beiden L-Gas Regelzonen Ost (LO) und Nowega (LNA). Anders als 2026 wird keine Leistung für die Regelzone H-Gas Mitte ausgeschrieben.

 

Bisher kein Abruf 

 

Gebote können zwischen dem 6. und 20. Oktober abgegeben werden. Bis zum 23. Oktober 12:00 Uhr wird THE über die Zuschläge informieren und dann auch das Ergebnis veröffentlichen. Die Mindestlosgröße beträgt 10 MW. Zu bieten ist ein Leistungspreis, der unabhängig von einem Abruf bezahlt wird. Der Abruf erfolgt jeweils für den Rest des Gastages ab der Stunde, in der THE dies fordert. Im Fall eines Abrufes vergütet THE den stündlichen mengengewichteten EEX-Preis. Die regelmäßigen LTO-Ausschreibungen erfolgen seit Anfang 2026. Das Wirtschaftsministerium hatte das Instrument zur Stärkung des Regelenergiemarktes und Absicherung unerwarteter regionaler Engpässe vorgeschlagen. Die LTOs stehen auf Rang vier, dem letzten Rang der Merit-Order-Liste (MOL) für Regelenergieprodukte und werden nur abgerufen, wenn alle anderen Optionen der Netzstabilisierung durch Regelenergie ausgeschöpft sind. Passiert ist dies noch nie. /hl

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