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Kölner Mieterstrom für 55 Wohngebäude

Köln (energate) - In Köln entsteht im Wohnquartier "Ossendorfer Gartenhöfe" eine großflächige Photovoltaik‑ und Speicherlösung: 435 Wohnungen, aufgeteilt auf 55 Gebäude, erhalten 42 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von in der Spitze rund 750 kW. Die dadurch jährlich erreichbaren 690 MWh Strom im Projekt des Ökostromanbieters Green Planet Energy und der Kölner Wohnungsgenossenschaft Die Ehrenfelder werden durch eine Batteriespeicher-Kapazität von 670 kWh ergänzt. Das Investitionsvolumen des Projekts beläuft sich auf "über 1,28 Millionen Euro", so Green Planet Energy. Durchgeführt werden die Bauarbeiten und die anschließenden Inbetriebnahmen abschnittsweise. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

 

Die Haushalte in der linksrheinischen Siedlung sollen durch die Maßnahme künftig etwa die Hälfte ihres Strombedarfs selbst decken können. Die Abrechnung der Mengen erfolgt vollständig über virtuelle Summenzähler, also eine rechnerische Zusammenführung aller relevanten Messwerte, sagte ein Sprecher von Green Planet Energy auf energate-Nachfrage. Die Installation der intelligenten Messsysteme (iMSys) nimmt der Messstellenbetreiber Rheinische Netzgesellschaft (RNG) vor.

 

Separate Kundenanlagen statt einer gemeinsamen

 

Der Unternehmenssprecher erklärte, dass die Projektpartner ursprünglich den Betrieb des gesamten Quartiers als eine gemeinsame Kundenanlage mit einem zentralen Batteriespeicher planten. Bislang bot diese Vorgehensweise den Vorteil, dass der lokal erzeugte und verbrauchte Strom keine Netzentgelte, Abgaben oder Umlagen verursachte, weil keine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz bestand.

 

Ein Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs vom November 2024 und ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Mai 2025 werfen inzwischen jedoch Rechtsunsicherheiten bezüglich der Definition einer Kundenanlage auf. Vor diesem Hintergrund "haben wir dieses Konzept angepasst", so der Green-Planet-Energy-Sprecher. So richte man nun pro Hausanschluss jeweils eine separate Kundenanlage ein. "Konkret bedeutet das: 42 Photovoltaikanlagen, 42 Batteriespeicher und 42 eigenständige Kundenanlagen", so der Sprecher.

 

Mitte März riefen verschiedene Wirtschaftsverbände die Bundesregierung bei der rechtlichen Bewertung sogenannter Kundenanlagen gemeinsam zum Handeln auf. Der Appell lautete: Es brauche eine "langfristige und europarechtskonforme Regelung", die einen rechtssicheren und unbürokratischen Betrieb solcher lokalen Energieversorgungsstrukturen ermögliche. /jr

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