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Ista schlägt neue Rollenverteilung beim Smart-Meter-Rollout vor

Essen (energate) - Der Messtechnikdienstleister Ista hat sich mit einem eigenen Vorschlag zum Smart-Meter-Rollout in die laufenden Diskussionen rund um den Strommessmarkt eingebracht. Das Positionspapier ist allerdings ein politisches Wagnis: Ista fordert, die Gebäudeeigentümer als Anschlussnehmer zum Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) zu verpflichten - eine Maßnahme, die gegen die aktuelle Regulierungslogik läuft und daher politisch sehr wahrscheinlich nicht umgesetzt werden dürfte. 

 

Die Ista sieht in dem schleppenden Smart-Meter-Rollout vor allem ein Nachfrageproblem. Schließlich sei nicht der Kunde zum Rollout verpflichtet, sondern der grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) als ehemaliger Monopolist. Genau das will die Ista ändern und die Gebäudeeigentümer zum Rollout verpflichten und somit die Rollenverteilung umdrehen. "Erst wenn eine große Zahl von Kunden zeitgleich einen neuen Anbieter sucht, entsteht ausreichend Nachfrage", so das Positionspapier. Sollten diese ihrer Pflicht nicht entsprechend gerecht werden, soll der Anschlussnutzer dazu berechtigt sein, gegenüber dem Anschlussnehmer eine Mietkürzung in Höhe von zehn Prozent seiner jährlichen Stromrechnung vorzunehmen. Die Ista zieht dabei zwei erfolgreiche Rollouts zum Vergleich heran: die Installation von Rauchwarnmeldern und fernablesbaren Messgeräten. In beiden Fällen hätte die Verpflichtung des Rollouts beim Verbraucher das Tempo massiv erhöht, so die Argumentation. 

 

Außerdem soll das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) die Wettbewerbsbedingungen angleichen, "bis wMSB mindestens einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht haben". Grundzuständigkeit dürfe nicht das dominante Prinzip des Messstellenbetriebs bleiben. Als Vorbild sieht der Messtechnikdienstleister die Liberalisierung des Strom- und Gasvertriebs für Endkunden durch die Bundesnetzagentur. Die Behörde habe die Marktentwicklung anhand der Kundenwechselraten und des abschmelzenden Marktanteils der ehemaligen Gebietsmonopolisten beurteilt. Die Entwicklung eines fairen Marktes für den Messstellenbetrieb sollte auf der Basis vergleichbarer Kennzahlen beurteilt werden.

Gebäudeeigentümer in der Pflicht: Skaleneffekte möglich 

Sollte die Politik die Gebäudeeigentümer zum Rollout verpflichten, würde dies nicht nur Nachfrage schaffen, heißt es in dem energate vorliegenden Positionspapier. Besonders in Mehrfamilienhäusern ermögliche dies Skaleneffekte, da Messstellenbetreiber das Gebäude gebündelt erschließen könnten. "Anfahrt, Installation und Inbetriebnahme können für das gesamte Gebäude koordiniert und die Kosten je Messstelle dadurch reduziert werden." 

Die Ista positioniert sich mit ihrem Papier auch in der hitzigen Diskussion um den Smart-Meter-light-Ansatz, die in den vergangenen Wochen durch mögliche EU-Vorgaben beim Rollout neu angeheizt wurde. Das Argument der Smart-Meter-light-Befürworter: Nicht jeder Haushalt benötigt ein intelligentes Messsystem, das neben dem Zählen auch steuern kann. Für diese Haushalte sei der Smart Meter light ausreichend und könnte Kosten sparen. Ista schlägt im Positionspapier einen ähnlichen Ton an. Das intelligente Messsystem diene dem Steuern von dezentralen Verbrauchern und Erzeugern. Für das Messen werde diese aufwendige und teure Infrastruktur nicht benötigt. "Ziel muss ein Rollout mit der jeweils sinnvollsten Technik sein", so steht es im Positionspapier. Für Haushalte mit Steuerungsbedarf soll weiterhin das iMSys mit Smart-Meter-Gateway eingesetzt werden, so Ista. Aber der fernablesbare Stromzähler ohne Steuerungsfunktion solle der neue Standard für das Messen werden. /sr

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