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Interessenten gesucht für Wasserstoff-Importterminal

Wilhelmshaven (energate) - Uniper hat das Open-Season-Verfahren für das geplante Ammoniak-Terminal in Wilhelmshaven gestartet. Mit einer jährlichen Importkapazität von bis zu 2,6 Mio. Tonnen Ammoniak sei das Projekt ein wichtiger Bestandteil der künftigen Wasserstoffinfrastruktur, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. Die Kapazität stehe für rund 350.000 Tonnen Wasserstoff.

 

Bereits im November 2025 hatte Uniper mit Thyssenkrupp Uhde eine Rahmenvereinbarung zum Bau des kommerziellen Ammoniak-Crackers unterschrieben. Sechs Großanlagen mit einer Gesamtkapazität von 7.200 Tonnen Ammoniak pro Tag sollen den anschließenden Abtransport über das Kernnetz ermöglichen. Darüber hinaus ist die Verladung von Teilmengen auf Bahnwaggons möglich, das Ammoniak oder der Wasserstoff kommen dann per Schiene zum Kunden.

 

Zweistufiges Verfahren 

 

Die Open Season wird in zwei aufeinanderfolgenden Phasen durchgeführt. Bis zum 15. Juni sollen Unternehmen zunächst ihre Interessenbekundung mit der gewünschten Kapazität einreichen. In der zweiten Phase wird der Terminalnutzungsvertrag ausgearbeitet. Mit der späteren Unterschrift darunter kommt die Kapazitätsbuchung erst zustande.

 

Ammoniak-Cracker spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau einer internationalen Wasserstofflogistik. Denn der direkte Transport von Wasserstoff ist technisch aufwendig. Ammoniak bietet sich dagegen als Transport- und Speichermedium an, weil es sich vergleichsweise einfach verflüssigen und in großen Mengen verschiffen lässt. Auch entsprechende Schiffe sind bereits auf den Weltmeeren unterwegs, weil das Derivat in der Düngemittelproduktion zum Einsatz kommt. Woran es aber noch hapert, sind die Cracker, die bei hoher Temperatur Ammoniak katalytisch in seine Bestandteile Wasserstoff und Stickstoff zerlegen. In Deutschland etwa gibt es solche Anlagen im großindustriellen Maßstab bislang noch gar nicht. Thyssenkrupp Uhde und Uniper errichten derzeit am Kraftwerksstandort in Gelsenkirchen-Scholven eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 28 Tonnen Ammoniak pro Tag. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2026 geplant. "Ab 2027 folgt eine intensive Testphase, deren Ergebnisse in die Planung eines industriellen Crackers für das geplante Wasserstoff-Importterminal in Wilhelmshaven einfließen sollen", so eine Uniper-Sprecherin.

 

Inbetriebnahme 2034 denkbar

 

Bei Vorstellung des Projektes war noch die Inbetriebnahme bis 2030 anvisiert worden. Jetzt will der Konzern die Investitionsentscheidung bis dahin treffen. Bau und Inbetriebnahme folgen bis Anfang 2034. "Dieser Zeitplan kann nur gehalten werden, wenn wichtige Voraussetzungen - wie die Kundennachfrage nach Wasserstoff und die Rahmenbedingungen für den Import von Wasserstoffderivaten - gegeben sind", so die Sprecherin. Zu möglichen Inhalten des Terminalnutzungsvertrages - Dauer, Kosten, Risikoteilung - wollte sie sich nicht äußern. /mt

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