Industrie will Wasserstoff-LKW in Europa voranbringen
Hannover (energate) - Eine breite Industrieallianz hat sich dem Hochlauf von Wasserstoff-LKW in Europa verschrieben. Daimler Truck, Volvo Group, Toyota Motor Corporation, Bosch, Air Liquide, Total Energies, Teal Mobility und MB Energy gaben ihre Kooperation zum Aufbau von europäischen Lieferketten für gasförmigen und flüssigen Wasserstoff auf der IAA Transportation in Hannover bekannt. Sie planen Hochleistungstankstellen, die täglich bis zu 100 LKW betanken können. Denn Wasserstoff sei "eine wichtige Ergänzung zu batterieelektrischen Fahrzeugen" auf dem Weg zur Dekarbonisierung Europas. Der Energieträger spiele seine Vorzüge insbesondere bei Transporteinsätzen mit großen Reichweiten und hohen Nutzlasten durch kurze Betankungszeiten und seine hohe Flexibilität aus, erklärten sie.
Deutschland als Ausgangspunkt für europaweite Hochskalierung
Deutschland erfülle dank "politischer Unterstützung und europäischen Industrieführern entlang der gesamten Wertschöpfungskette" als erster europäischer Markt die Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz bis 2030, gaben sich die Unternehmen überzeugt. Weitere politische Rückendeckung und ein abgestimmtes Vorgehen innerhalb der EU und ihrer Mitgliedstaaten seien für einen europaweiten Hochlauf jedoch unabdingbar. Die Allianz forderte in diesem Zusammenhang Förderprogramme für Fahrzeuge und Tankstellen, wettbewerbsfähige Wasserstoffpreise, harmonisierte Anrechnungsregeln sowie Mautanreize für CO2-freie LKW.
LKW mit Brennstoffzellen und Wasserstoff-Verbrennern vor der Markteinführung
Daimler Truck kündigte in diesem Zusammenhang Brennstoffzellen-LKW der nächsten Generation in einer Kleinserie mit 100 Fahrzeugen für Ende des Jahres an. Für 2027 plant der Hersteller zudem, erste LKW mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor auf den Markt zu bringen. Er investiere bis 2030 einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Wasserstoff-LKW. Auch Volvo nehme nach eigenen Angaben "erhebliche Summen" für die Markteinführung von Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2030 in die Hand. /ne