Hohe EE-Einspeisung senkt Kosten von grünem H2 deutlich
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche lagen die kurzfristigen Strompreise deutlich unter dem Niveau der Vorwoche. Haupttreiber war eine höhere Einspeisung aus Solar- und Windenergie. Entsprechend sanken die Spotmarktpreise im Wochenvergleich um rund 40 Prozent auf durchschnittlich 58 Euro/MWh. Dadurch veränderten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 123 Euro/MWh (4,10 Euro/kg) und damit 60 Euro/MWh (1,98 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green ging gegenüber der Vorwoche um 79 Euro/MWh (2,61 Euro/kg) nach unten und lag bei einem Durchschnittswert von 67 Euro/MWh (2,23 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 56 Euro/MWh (1,87 Euro/kg). Aufgrund anhaltender geopolitischer Spannungen sowie der Unsicherheit über die Dauer der Sperrung der Straße von Hormus stiegen die kurzfristigen Gaspreise in der vergangenen Woche erneut an. Die durchschnittlichen Spotmarktpreise lagen bei 44 Euro/MWh und damit rund fünf Prozent über dem Niveau der Vorwoche.
Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 3 Euro/MWh (0,09 Euro/kg) nach oben und notierten bei 98 Euro/MWh (3,27 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 109 Euro/MWh (3,64 Euro/kg) für den Hydex Blue. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 62 Euro/MWh (2,07 Euro/kg) auf im Mittel 25 Euro/MWh (0,83 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread im negativen Bereich bei -31 Euro/MWh (-1,04 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de