Höhere EE-Einspeisung senkt Grenzkosten von grünem Wasserstoff
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche zeigte sich das durchschnittliche Strompreisniveau unter dem Niveau der Vorwoche. Ausschlaggebend war insbesondere die höhere Windeinspeisung am Wochenende, die zu einem durchschnittlichen Preis von 82 Euro/MWh führte. Dadurch veränderten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 159 Euro/MWh (5,30 Euro/kg) und damit 10 Euro/MWh (0,33 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 4 Euro/MWh (0,11 Euro/kg) und lag bei einem Durchschnittswert von 131 Euro/MWh (4,35 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 28 Euro/MWh (0,95 Euro/kg).
Auf Basis der aktuellen Nachrichtenlage sowie der Ankündigung für eine Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran sind die kurzfristigen Gaspreise im Wochenmittel leicht gesunken. Die durchschnittlichen Spotmarktpreise lagen bei 48 Euro/MWh und damit rund 1 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch etwas niedriger aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 0,5 Euro/MWh (0,02 Euro/kg) nach unten und notierten bei 104 Euro/MWh (3,46 Euro/kg) für den Hydex Grey bzw. 115 Euro/MWh (3,83 Euro/kg) für den Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 10 Euro/MWh (0,32 Euro/kg) auf im Mittel 55 Euro/MWh (1,84 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 28 Euro/MWh (0,95 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de