Hamburger Fernwärme verbessert Primärenergiefaktor
Hamburg (energate) - Die Hamburger Energiewerke (HEnW) haben den Primärenergiefaktor (PEF) für ihr Fernwärmenetz "Stadtnetz" neu bescheinigen lassen. Er liegt jetzt bei 0,24 und fällt damit besser aus als bisher (0,33). Der neue Wert spiegele die bisherigen Fortschritte bei der Dekarbonisierung der Hamburger Wärmeversorgung wider und berücksichtige den Kohleausstieg bis spätestens Ende 2030, teilte der Kommunalversorger mit. In die Neubewertung fließt der aktuelle Planungsstand des für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehenen Anlagenparks zur Wärmeerzeugung ein.
Wesentlichen Anteil an der Verbesserung hat nach Angaben der HEnW der derzeit entstehende Energiepark Tiefstack. Über ihn wird industrielle Abwärme des Kupferproduzenten Aurubis sowie Abwärme der Müllverwertung Borsigstraße in das Stadtnetz eingebunden. Die Steinkohleverfeuerung im Heizkraftwerk Tiefstack soll bis spätestens Ende 2030 ersetzt werden. Zudem befindet sich auf dem Kraftwerksgelände bereits ein Wärmespeicher im Bau.
PEF besser als Gasheizung oder Wärmepumpe
Von dem niedrigen PEF profitieren vor allem Gebäudeeigentümer, da sich die energetische Bewertung ihrer Immobilien verbessert. Dadurch können zusätzliche Sanierungsmaßnahmen teilweise entbehrlich und gesetzliche Anforderungen leichter erfüllt werden, betonen die Hamburger Energiewerke. Zum Vergleich: Moderne Öl- und Gasheizungen erreichen in der Regel einen PEF von 1,15. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4 kommt bei reinem Nettostrombezug auf 0,45. "Unsere Stadtwärme ist schon heute eine attraktive Lösung für Gebäudeeigentümer", so HEnW-Geschäftsführer Michael Prinz. Die Bescheinigung für das Stadtnetz stellte das Institut für Energietechnik der TU Dresden aus. /tc