Grüner Wasserstoff verliert an Wettbewerbsfähigkeit
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche stieg das durchschnittliche Strompreisniveau deutlich gegenüber der Vorwoche. Ausschlaggebend war insbesondere die anhaltend niedrige Windeinspeisung in Verbindung mit einer geringen Solarstromerzeugung. Infolgedessen erhöhte sich der durchschnittliche Strompreis auf 265 Euro/MWh und lag damit rund 128 Prozent über dem Vorwochenwert. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff deutlich. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 441 Euro/MWh (14,68 Euro/kg) und damit 228 Euro/MWh (7,61 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche. Der stundenoptimierte Hydex 12 Green lag bei einem Durchschnittswert von 419 Euro/MWh (13,98 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 21 Euro/MWh (0,71 Euro/kg).
Die Gaspreise setzten ihren Aufwärtstrend in der vergangenen Woche fort. Preistreibend wirkten insbesondere Spekulationen über einen möglichen US-Angriff auf den Iran sowie zunehmende Sorgen über die europäischen Speicherfüllstände. In der Folge stiegen die Spotpreise gegenüber der Vorwoche um rund 10 Prozent auf durchschnittlich 102 Euro/MWh. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 13 Euro/MWh (0,43 Euro/kg) nach oben und notierten bei 192 Euro/MWh (6,40 Euro/kg) für den Hydex Blue beziehungsweise 179 Euro/MWh (5,95 Euro/kg) für den Hydex Grey.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 215 Euro/MWh (7,17 Euro/kg) auf im Mittel 262 Euro/MWh (8,73 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 21 Euro/MWh (0,71 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff: Elektrolyse (grün), Dampfreformierung mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de