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Großspeicher dämpfen Volatilität und Preisniveau

Frankfurt a.M. (energate) - Strompreiszonen mit einer hohen Dichte von Großbatteriespeichern weisen eine geringere Spreizung der Börsenstrompreise auf. Zudem ist auch der gemittelte Strompreis niedriger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von KFW Research unter 13 europäischen Gebotszonen.

 

In Tageszeiten geringerer Preise stabilisieren Großspeicher den Preis, indem sie laden. In Hochpreisphasen entladen sie und wirken dadurch preissenkend. Allerdings: Das Entladen führt zu einem stärkeren Preisrückgang, als dass das Laden den Preis anhebt. Somit wirken Großspeicher insgesamt preisdämpfend. Der Grund dafür: In Zeiten niedriger Auslastung erhöhen die Speicher lediglich die Nachfrage nach Strom aus Anlagen mit geringen Grenzkosten, insbesondere aus Wind- und Solaranlagen. In Zeiten hoher Auslastung senkt das Entladen von Batteriespeichern jedoch die Nachfrage nach Residualenergie, dadurch kommen insbesondere teure Gaskraftwerke weniger zum Einsatz.

 

Geringerer Spread von 20 Euro

 

Diese Effekte waren bereits aus Kalifornien bekannt. Für 13 europäische Gebotszonen berechneten die KFW-Analysten nun die Preisschwankungen, wenn das Angebot an Speichern um 1 MW pro 1 GW Spitzenlast steigt. Das Ergebnis: Steigt das Angebot an Großspeicherleistung um 1 MW/1 GW Spitzenlast, so kommt es in den Mittagsstunden (10-15 Uhr) zu höheren Preisen von 0,14 Euro/MWh gegenüber dem Referenzpreis von 3 Uhr nachts, wo kaum Speicheraktivität stattfindet. In den Abendstunden (18-21 Uhr) sinkt der Preis gegenüber diesem Referenzwert hingegen um 0,38 Euro. Daraus errechnet sich eine um 0,52 Euro/MWh geringere Spreizung.

 

Bezogen auf den deutschen Zubau von rund 12 MW Großspeicher je GW-Spitzenlast zwischen 2023 und 2025 entspreche dies einem um 18 bis 20 Euro/MWh reduzierten täglichen Spread, so die Autoren. Gleichzeitig sinke die Streuung der Stundenpreise im Tagesverlauf um 16 Prozent.

 

Heim- und Gewerbespeicher ohne glättende Wirkung

 

Diese Effekte beschränken sich auf Großbatterien, bei Heim- und Gewerbespeichern seien sie so gut wie nicht zu beobachten. Laut den Autoren ist dies auch ökonomisch erwartbar: Da diese Speicher überwiegend nach Eigenverbrauchsregeln gesteuert würden, seien sie typischerweise schon vor dem Mittag vollgeladen. Zudem böten sie ihren Strom nicht am Day-Ahead-Markt an. Änderten sich die Regularien, sodass künftig auch die Betreiber von Kleinstspeichern zu markt- und netzdienlichem Verhalten angereizt würden, könne sich ihre Rolle aber künftig ändern. Gleiches gelte für das bidirektionale Laden.

 

Auch an anderer Stelle sehen die Autoren regulatorischen Handlungsbedarf. Sie mahnen, in Deutschland werde der netzdienliche Ausbau und der Betrieb von Batteriespeichern durch komplexe Netzanschlussverfahren gebremst. Auch der einheitliche Börsenstrompreis sei hinderlich, da lokale Netzengpässe kaum berücksichtigt würden. Dynamische Netzentgelte könnten hier Abhilfe schaffen. /sd

 

Die Analyse "Batteriespeicher sind Hebel der Energiewende - Großspeicher glätten Strompreise" finden sie online auf der Seite der KFW Research.

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