Grenzkosten von grünem Wasserstoff steigen
Bonn (energate) - Insbesondere die geringere Windstromeinspeisung führte bei stabiler Solareinspeisung in der vergangenen Woche zu höheren Notierungen an den kurzfristigen Strommärkten. Die Spotpreise stiegen im Wochenvergleich um 19 Prozent und lagen im Durchschnitt bei 65 Euro/MWh. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 133 Euro/MWh (4,44 Euro/kg) und damit 16 Euro/MWh (0,54 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green stieg gegenüber der Vorwoche um lediglich 7 Euro/MWh (0,23 Euro/kg) und lag mit einem Durchschnittswert von 92 Euro/MWh (3,08 Euro/kg) über dem Niveau der Vorwoche. Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green stieg um 9 Euro/MWh auf 41 Euro/MWh (1,36 Euro/kg) an.
Auch an den Gasmärkten gab es vergangene Woche leichte Preisanstiege. Hauptauslöser war die erneute Eskalation im Nahen Osten verbunden mit der Sorge einer möglichen Ausweitung des Konflikts und Einschränkung von LNG-Lieferungen aus der Region. Die Marktreaktionen blieben verhalten. Die Spotpreise erhöhten sich um 1 Prozent auf im Mittel 37 Euro/MWh. Dadurch gingen auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis etwas nach oben. Der Hydex Grey und Hydex Blue stiegen jeweils um 1 Euro/MWh (0,02 Euro/kg) und notierten bei 88 Euro/MWh (2,94 Euro/kg) für den Hydex Grey und 99 Euro/MWh (3,30 Euro/kg) für den Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 15 Euro/MWh (0,50 Euro/kg) auf im Mittel 45 Euro/MWh (1,50 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread im Mittel bei 4 Euro/MWh (0,14 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de