Grenzkosten für grünen Wasserstoff steigen deutlich
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche zeigte sich das durchschnittliche Strompreisniveau deutlich über dem Niveau der Vorwoche. Ausschlaggebend war insbesondere die niedrigere Windeinspeisung, die zu einem durchschnittlichen Preis von 109 Euro/MWh führte. Dadurch veränderten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 200 Euro/MWh (6,68 Euro/kg) und damit 39 Euro/MWh (1,30 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche. Der stundenoptimierte Hydex 12 Green erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 25 Euro/MWh (0,83 Euro/kg) und lag bei einem Durchschnittswert von 165 Euro/MWh (5,49 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 36 Euro/MWh (1,19 Euro/kg).
Wegen der weiteren Eskalation im Nahen Osten und der hohen Gasnachfrage zur Stromerzeugung aufgrund der hohen Temperaturen zogen die kurzfristigen Gasnotierungen an. Die durchschnittlichen Spotpreise lagen bei 50 Euro/MWh und damit rund zwölf Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 7 Euro/MWh (0,25 Euro/kg) nach oben und notierten bei 106 Euro/MWh (3,54 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 117 Euro/MWh (3,90 Euro/kg) für den Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 32 Euro/MWh (1,07 Euro/kg) auf im Mittel 94 Euro/MWh (3,14 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 58 Euro/MWh (1,95 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de