Geringere Erneuerbaren-Einspeisung erhöht Kosten für grünen H2
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche lagen die kurzfristigen Strompreise insgesamt erneut über dem Niveau der Vorwoche. Ausschlaggebend war insbesondere die weiterhin geringe Windeinspeisung, die im Wochenvergleich zu einem Preisanstieg von 31 Prozent auf durchschnittlich 76 Euro/MWh führte. Dadurch veränderten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 198 Euro/MWh (6,61 Euro/kg) und damit 49 Euro/MWh (1,62 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche. Der stundenoptimierte Hydex 12 Green stieg gegenüber der Vorwoche um 76 Euro/MWh (2,51 Euro/kg) an und lag bei einem Durchschnittswert von 171 Euro/MWh (5,70 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 27 Euro/MWh (0,91 Euro/kg).
Aufgrund der Hoffnung auf ein Ende der Sperrung der Straße von Hormus sowie der insgesamt gedämpften Aktivität am Gasmarkt gingen die kurzfristigen Gaspreise leicht zurück. Die durchschnittlichen Spotmarktpreise lagen bei 45 Euro/MWh und damit rund 1 Prozent unter dem Vorwochenniveau. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch etwas niedrigerer aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 0,4 Euro/MWh (0,01 Euro/kg) beziehungsweise 0,9 Euro/MWh (0,03 Euro/kg) nach unten und notierten bei 99 Euro/MWh (3,30 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 110 Euro/MWh (3,68 Euro/kg) für den Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 49 Euro/MWh (1,63 Euro/kg) auf im Mittel 99 Euro/MWh (3,31 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 72 Euro/MWh (2,39 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de