Erste nEHS-Auktion 2026 schließt bei 65 Euro
Leipzig (energate) - Die erste Versteigerung von nationalen Emissionszertifikaten mit der Jahreskennung 2026 ist am 1. Juli mit einem Zuschlagspreis von 65,00 Euro je nEZ abgeschlossen worden. Damit lag der Preis am oberen Ende des für 2026 vorgesehenen Preiskorridors. Nach den veröffentlichten EEX-Daten wurden insgesamt 21.341.599 nEZ zugeteilt. Die Gesamtgebotsmenge lag bei 291.711.834 nEZ. Daraus ergibt sich eine Überzeichnung von rund 13,67-fach bezogen auf die tatsächlich zugeteilte Menge. Die durchschnittliche Zuteilungsrate lag entsprechend bei 7,32 Prozent.
Deutliche Überzeichnung trotz erhöhter Zuteilung
Die zugeteilte Menge entsprach faktisch der doppelten ursprünglich vorgesehenen Terminmenge. Damit wurde bereits in der ersten Auktion die sogenannte 65-Euro-Regel relevant. Diese ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine erhöhte Zuteilung, wenn der Zuschlagspreis bei 65 Euro liegt.
Trotz dieser erhöhten Zuteilung wurde nur ein kleiner Teil der nachgefragten Menge bedient. Rund 92,7 Prozent der abgegebenen Gebotsmenge erhielten rechnerisch keinen Zuschlag. Von insgesamt 101 Bietern waren 99 erfolgreich. Die hohe Zahl erfolgreicher Bieter deutet auf eine breite Teilnahme hin, sagt angesichts der niedrigen durchschnittlichen Zuteilungsrate jedoch nur begrenzt etwas über die jeweils erreichten Beschaffungsmengen aus.
Noch rund 170,7 Millionen nEZ verfügbar
Nach der ersten Auktion verbleiben laut EEX-Reporting noch 170.743.641 nEZ für die weiteren Auktionstermine. Aus der bereits zugeteilten und der verbleibenden Menge ergibt sich eine implizite Gesamtauktionsmenge 2026 von 192.085.240 nEZ. Mit dem ersten Termin wurden damit rund 11,1 Prozent der gesamten Auktionsmenge vergeben. Die Zertifikatserlöse der ersten Auktion beliefen sich auf 1.387.203.935 Euro.
Bedeutung für den Markt
Die erste Auktion bestätigt eine hohe Nachfrage nach nEZ 2026. Der Zuschlagspreis am oberen Ende des Preisbandes, die erhebliche Überzeichnung und die niedrige durchschnittliche Zuteilungsrate weisen auf eine angespannte Mengenlage hin.
Für verpflichtete Unternehmen dürfte damit die Frage an Bedeutung gewinnen, welche Mengen in den kommenden Auktionen noch gesichert werden können und welche Rolle der Sekundärmarkt bei der Abdeckung offener Positionen übernimmt. Entscheidend für die weitere Marktentwicklung werden insbesondere die künftigen Zuschlagspreise, Zuteilungsmengen, Zuteilungsraten und die verbleibende Auktionsmenge sein. /Dominik Trisl