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Envelio reduziert Netzberechnungen um bis zu 99 Prozent

Köln (energate) - Der Softwareanbieter Envelio hat die Rechenzeit für komplexe Lastflussanalysen nach eigenen Angaben um mehr als 99 Prozent reduziert. Ein mit Technologie von Nvidia entwickelter sogenannter Solver führt Netzberechnungen bis zu 150-mal schneller aus als die bisherige Lösung der Intelligent Grid Platform (IGP). Der tschechische Verteilnetzbetreiber EGD setzt das System bereits ein. Das Unternehmen gehört ebenso wie Envelio zur Eon-Gruppe.

 

Der Solver nutzt Grafikprozessoren für die Berechnungen, teilte Envelio mit. Anders als KI-basierte Näherungsverfahren bilde er das physikalische Verhalten des Stromnetzes weiterhin mit deterministischen AC-Lastflussmodellen ab. Dafür entwickelte und optimierte Envelio gemeinsam mit Nvidia spezielle Rechenkerne für Grafikprozessoren. Die kürzere Rechenzeit soll umfangreiche Zeitreihenanalysen im Arbeitsalltag von Netzbetreibern erleichtern. Planer können Szenarien wiederholt berechnen, ohne mehrere Minuten oder Stunden auf Ergebnisse zu warten. Envelio sieht darin eine Grundlage für schnellere Anschlussprüfungen und belastbarere Investitionsentscheidungen.

 

Berechnungen beinahe in Echtzeit

 

"Die Berechnung dieser Netze erfolgt nahezu augenblicklich. Das Netz wird berechnet und wenige Sekunden später ist der Vorgang bereits abgeschlossen", sagte Tomáš Mendl, Development Manager bei EGD. Envelio-Chef und Mitgründer Simon Koopmann sagte, Netzbetreiber bräuchten "schnellere Berechnungen, auf die sie sich verlassen können". Die Umsetzung bei EGD zeige, "wie beschleunigtes Rechnen komplexe Analysen direkt in die alltäglichen Planungsprozesse integrieren und deutlich schnellere, fundierte Entscheidungen ermöglichen kann".

 

Mit der Technologie will Envelio den Anschluss neuer Erzeugungsanlagen, Speicher, Rechenzentren, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen beschleunigen. Weltweit warten nach Unternehmensangaben mehr als 2.500 GW auf einen Netzanschluss. Envelio plant, die beschleunigten Berechnungen auf weitere Anwendungen seiner IGP auszuweiten. Dazu zählen zeitserienbasierte Anschlussprüfungen, flexible Netzanschlussvereinbarungen, Analysen zur verfügbaren Netzkapazität sowie großräumige Netz- und Szenarioplanungen. /mh

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