Enerparc geht auf Investorensuche
Hamburg (energate) - Externe Geldgeber sollen den Solarparkbetreiber Enerparc aus der Insolvenz heben. So sieht es der Plan des eingesetzten Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL vor. "Wir werden kurzfristig einen internationalen Investorenprozess starten", kündigte er in einem Statement an. Ziel sei es, "in einem wertmaximierenden Zeitraum das Bestmögliche für die Gläubiger herauszuholen, was dann einen Verkauf bedeutet." Die Enerparc AG hatte Anfang September einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen ist mit einem Portfolio von rund 4.000 MW der größte unabhängige Solarparkbetreiber Deutschlands.
Gescheiterte Projektfinanzierung als Auslöser
In dem Statement äußerte sich Insolvenzverwalter Denkhaus auch zu den Gründen der Insolvenz. Demnach brachte eine Projektfinanzierung in einem Umfang von 200 Mio. Euro, die Ende Juni gescheitert war, den Stein ins Rollen. "Danach gab es eine sehr kurze, intensive Verhandlungszeit, die damit endete, dass der Insolvenzantrag am 4. September 2026 gestellt werden musste", schilderte Denkhaus die Ereignisse. Einzelheiten zu dem fraglichen Projekt nannte er nicht. Erst im März hatte Enerparc den Abschluss eines Rahmenvertrags mit Geldgebern zur Projektfinanzierung mit einem Gesamtvolumen von 1 Mrd. Euro verkündet. Diese Mittel hatte Enerparc aber in diesem Fall nicht abrufen können.
Kritisch blickt der Insolvenzverwalter aber auch auf die generelle finanzielle Aufstellung des Unternehmens. "Das Eigenkapital in Verbindung zu Fremdkapital war zu gering. Das war mit Sicherheit kein gutes Verhältnis", erklärte Denkhaus. Die Verbindlichkeiten der Enerparc AG summieren sich seinen Angaben zufolge auf rund 3 Mrd. Euro. Den größten Teil davon machen Projektfinanzierungen aus. /rb