Eingebaute Smart Meter warten monatelang auf Inbetriebnahme
Berlin (energate) - Vom Einbau eines intelligenten Messsystems bis zu dessen technischer Nutzbarkeit dauert es vielfach Monate. Darauf weist der Verbraucherzentrale Bundesverband hin. 16 Prozent der Haushalte mit einem Smart Meter könnten diesen noch nicht nutzen. Das habe eine aktuelle Onlinebefragung des Verbandes unter etwa 1.000 Teilnehmenden ergeben. 29 Prozent der Haushalte, die ihren Smart Meter mittlerweile nutzen können, hätten zudem länger als vier Monate auf die Inbetriebnahme warten müssen. Etwa jeder achte befragte Haushalt (13 Prozent) habe sogar länger als ein Jahr warten müssen.
Betroffene könnten in dieser Zeit nicht von günstigeren flexiblen Stromtarifen profitieren, so der Verbraucherzentrale Bundesverband. Er fordert daher einen pauschalen Schadensersatz für Haushalte, deren Smart-Meter nach dem Einbau nicht oder nur eingeschränkt nutzbar ist. "Ein noch schnellerer Einbau von Smart-Metern allein löst keine Probleme", kommentierte Henning Herbst, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Entscheidend sei, dass die Technik funktioniere. Damit die Digitalisierung der Energiewende für Verbraucher ein Erfolg werde, müssten die Geräte kurz nach ihrem Einbau auch genutzt werden können.
Dies sieht im Übrigen auch die Bundesnetzagentur so. Bei der jüngsten Veröffentlichung der bundesweiten Rollout-Zahlen hatte sie darauf hingewiesen, dass der reine Einbau eines Systems allein nicht ausreiche, um die bestehenden Pflichten zu erfüllen. Zuvor waren Vorwürfe der Smart-Meter-Initiative gegen Deutschlands größten Verteilnetzbetreiber Westnetz bekannt geworden. Damals war von strukturellen Problemen die Rede. Werte würden nicht oder nur fehlerhaft übermittelt. /sd