Aufwärtstrend der Kosten für grünen H2 vorerst gestoppt
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche lag das durchschnittliche Strompreisniveau deutlich unter dem Wert der Vorwoche. Ursächlich war insbesondere die hohe Windeinspeisung am Wochenende. Der durchschnittliche Strompreis verringerte sich dadurch auf 134 Euro/MWh und lag damit 24 Prozent unter dem Vorwochenwert. Demzufolge verringerten sich auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 239 Euro/MWh (7,97 Euro/kg) und damit 65 Euro/MWh (2,17 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Deutlicher Anstieg beim Gaspreis
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green lag bei einem Durchschnittswert von 201 Euro/MWh (6,69 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 42 Euro/MWh (1,28 Euro/kg). Die Gaspreise verzeichneten in der vergangenen Woche einen deutlichen Anstieg. Treiber dieser Entwicklung waren geringere Gaslieferungen aus Norwegen, die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie potenzielle Beeinträchtigungen der US-amerikanischen LNG-Infrastruktur im Zuge der bevorstehenden Hurrikan-Saison. Die Spotpreise erreichten im Durchschnitt rund 81 Euro/MWh und lagen damit etwa 9 Prozent über dem Vorwochenniveau.
Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 10 Euro/MWh (0,33 Euro/kg) nach oben und notierten bei 162 Euro/MWh (5,39 Euro/kg) für den Hydex Blue beziehungsweise 150 Euro/MWh (4,99 Euro/kg) für den Hydex Grey. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 75 Euro/MWh (2,50 Euro/kg) auf im Mittel 89 Euro/MWh (2,97 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 38 Euro/MWh (1,28 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff: Elektrolyse (grün), Dampfreformierung mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de