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Zufriedenheit mit öffentlichem Laden steigt

Berlin (energate) - Die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Laden ist laut neuester Nutzerumfrage des BDEW weiter gestiegen. So sahen unter den rund 2.700 befragten E-Autofahrenden 86 Prozent ihre Erwartungen an das öffentliche Laden erfüllt, bei 58 Prozent wurden sie gar übertroffen. Besonders zufrieden zeigten sich mit 92 Prozent die sogenannten Early Adopter, die auf die ersten Pioniere folgen und nun verstärkt in den Markt eintreten. Flankiert werde diese Entwicklung durch einen deutlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

 

Zum Jahresende 2025 gab es gemäß den Hochrechnungen des European Alternative Fuels Observatory (EAFO) in Deutschland rund 199.000 öffentliche und halböffentliche Ladepunkte mit einer installierten Ladeleistung von 9.300 MW. Dabei wächst der Anteil an Schnell- und Ultraschnellladern ab 150 kW kontinuierlich. "Deutschland übertrifft damit die EU-Ziele bei weitem", ordnete Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, diese Zahlen bei einer Veranstaltung in der Botschaft der Niederlande ein.

 

Von der Nische zum neuen Normal

 

Die Entwicklung fällt zusammen mit einem kräftigen Markthochlauf. Mehr als 545.000 Elektroauto-Neuzulassungen vermeldete das Kraftfahrtbundesamt für 2025, ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil von E-PKW an den Neuzulassungen lag damit bei rund 19 Prozent. Nach Einschätzung des BDEW trägt der steigende Absatz nicht nur zur Einhaltung der EU-Flottengrenzwerte bei, sondern senkt auch die Treibhausgasemissionen spürbar. "Die guten Neuzulassungszahlen zeigen, dass Elektromobilität längst keine Nische mehr ist, sondern sich zum neuen Normal auf den Straßen entwickelt", so Andreae.

 

Hohes Wachstumspotenzial mit steigender Fahrzeugverfügbarkeit

 

Mit dem Zuwachs bei der Ladeinfrastruktur zeige die Energiebranche, dass sie "beherzt weiter investiert", zumal trotz des Absatzsprungs Ladepunkte in Deutschland im Durchschnitt nur 15 Prozent ausgelastet sind. Hier sieht Andreae ein großes Entwicklungspotenzial mit Blick auf die europäischen Nachbarländer. So liege beispielsweise in den Niederlanden die E-Neuzulassungsquote mit fast 40 Prozent doppelt so hoch. Es zeige sich erneut, dass es auf die Verfügbarkeit erschwinglicher Modelle ankomme, wiederholte Andreae ihren Appell an die Automobilwirtschaft.

 

Öffentliches Laden stärker gefragt

 

Die BDEW-Umfrage förderte auch Änderungen in der Struktur der Nutzerinnen und Nutzer gegenüber den bisherigen Pionieren zutage, die eine stärkere Nachfrage nach öffentlichen Lademöglichkeiten nach sich ziehe. Denn die neu hinzukommenden, durchschnittlich deutlich jüngeren Early Adopter leben häufiger in Innenstädten sowie in Mehrfamilienhäusern und legen - wie auch die Pioniere - überdurchschnittlich viele Kilometer pro Jahr zurück. Daher laden sie seltener zuhause, sondern häufiger beim Arbeitgeber und an öffentlichen Ladepunkten. Die stärkere Nutzung des öffentlichen Angebots gehe mit einer intensiveren Nutzung von Lade- und Preisvergleichs-Apps einher. Gleichzeitig zeigen sich die neuen Nutzersegmente "entspannter" in Hinblick auf Fahrzeuganschaffungs- und Ladepreise, was auch die höhere Zufriedenheit mit dem öffentlichen Laden erkläre.

 

Warnung vor Aufweichung der EU-Flottengrenzwerte

 

Um den Hochlauf von E-PKW und E-LKW voranzutreiben, forderte Andreae von der Bundesregierung eine "zielgerichtete und vorausschauende Elektromobilitätspolitik". Aus Sicht des Verbands sind die aktuellen Flottengrenzwerte "ein zentraler Orientierungsrahmen für Investitionen in Elektromobilität und Ladeinfrastruktur". Die Bundesregierung müsse sich daher auf EU-Ebene für eine faire Gesamtlösung einsetzen. Das Festhalten an den bestehenden Flottengrenzwerten war ebenfalls Thema auf dem politischen Podium der BDEW-Veranstaltung, wo neben den Bundestagsabgeordneten Tarek Al-Wazir (Grüne) und Isabel Cademartori (SPD) auch der Teag-Vorstandsvorsitzende Stefan Reindl vor einer Verwässerung des Verbrenner-Aus und damit einhergehender Verunsicherung warnte. Denn "Investitionen brauchen Vertrauen und klare verlässliche Rahmenbedingungen", erklärte er. /ne

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