Wilhelmshaven 2 jetzt in Betrieb
Wilhelmshaven (energate) - Die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) hat am Standort Wilhelmshaven das zweite schwimmende LNG-Terminal offiziell eröffnet. Aufgrund technischer Probleme hatte sich die Inbetriebnahme um rund anderthalb Jahre verzögert. Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) betonte bei der feierlichen Eröffnung den Beitrag zur Energiesicherheit und Preisstabilität. "Es ist erst einmal eine Sicherheitsinfrastruktur. Wir sind froh, dass wir dieses Back-up haben." Gleichzeitig warf Meyer einen Blick voraus: Die beiden schwimmenden Regasifizierungsanlagen in Wilhelmshaven sollen perspektivisch durch eine stationäre Anlage ersetzt werden, über die sich auch grüne Gase importieren lassen. Neben Wasserstoff gibt es auch noch andere Optionen, wie Eric Stab, CEO der am Projekt beteiligten Engie Deutschland, klarmachte. Er sagte: "Wir glauben an Biomethan."
Terminal in Küstennähe
DET geht davon aus, dass die Anlage im laufenden Jahr noch bis zu 1,9 Mrd. Kubikmeter Erdgas ins deutsche Ferngasnetz einspeisen wird. Wilhelmshaven 2 liegt rund 1,5 Kilometer vom Festland entfernt. Daten-, Strom- und Erdgasleitungen zum Festland sind im Meeresboden verlegt. Für die Anbindung des Terminals an Land hat der Fernleitungsnetzbetreiber OGE die Wilhelmshavener Anbindungsleitung (WAL 2) um rund zwei Kilometer verlängert. Detlef Brüggemeyer, technischer Geschäftsführer von OGE, erklärte, damit sei es aber nicht getan. Auch die Fernleitungstrassen insgesamt müssten verstärkt werden, damit das Gas zu den deutschen Verbrauchszentren und auch weiter bis in die Schweiz und Österreich fließen kann.
Engie war für Entwicklung und Bau der maritimen Infrastruktur verantwortlich, die den Betrieb des schwimmenden Terminals ermöglicht. Zudem hat der französische Konzern im Auftrag der Bundesregierung den Chartervertrag mit Excelerate Energy verhandelt. Zweiter Projektpartner der DET war die Tree Energy Solutions, der den Schiffsanleger errichtete. Das Unternehmen mit belgischen Wurzeln plant in Wilhelmshaven ein stationäres "Grüngas-Terminal" zum Import von e-LNG.
Projekt in Stade soll kommen
Neben den beiden schwimmenden Terminals in Wilhelmshaven betreibt DET noch ein weiteres in Brunsbüttel. Das vierte Projekt in Stade liegt indes auf Eis. Peter Röttgen, Geschäftsführer der DET, machte aber auf Nachfrage von energate klar, dass Stade noch nicht gestorben sei. Es gebe derzeit nur unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Standards für Umweltsicherheit ausreichend erfüllt seien, so Röttgen. Auch Philipp Steinberg, Abteilungsleiter beim Bundeswirtschaftsministerium, bekräftigte: "Es ist erklärter Wille des Landes und des Bundes, dass das Projekt zustande kommt." /sd