Zum InhaltZum Cookiehinweis

RSS Feed

Wärmepumpenbranche fordert klare Rahmenbedingungen

Berlin (energate) - Die Wärmepumpenbranche sieht einen neuen Aufschwung im Wärmepumpenabsatz und fordert stabile Rahmenbedingungen von der neuen Regierung. An das absatzstärkste Jahr 2023 kommen die aktuellen Zahlen aber weiterhin nicht ran. Das gab der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) bei seiner Online-Pressekonferenz bekannt.

 

Insgesamt befinde sich die Branche erneut im Aufschwung. "Wir vergleichen das erste Quartal 2025 mit dem ersten Quartal 2024 und sehen ein Wachstum von 35 Prozent über alle Heizungswärmepumpen hinweg", sagte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel. Der positive Aufwärtstrend mit insgesamt 62.000 verkauften Geräten liegt zwar weiterhin hinter den Absätzen von 2023 zurück, "aber wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels." In der Prognose für das Jahr 2025 rechnet der Verband mit einem Jahresabsatz von rund 260.000 Wärmepumpen, das entspricht einem Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Prognose unterliege aber gewissen Rahmenbedingungen, erklärte Sabel: "Die Annahmen setzen voraus, dass wir eine Stabilität haben, was Förderungen und ordnungsrechtliche Vorgaben angeht." Dafür brauche es Kontinuität bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).

 

Ziele verfehlt: Kapazitäten zurückgefahren

 

Trotz neuen Schwungs sei die Branche weit entfernt vom auf dem Wärmepumpengipfel im Jahr 2022 ausgerufenen Ziel. "Ja, das ist tatsächlich weit von den 500.000 Wärmepumpen entfernt, die wir ja eigentlich schon im letzten Jahr erreicht haben wollten", sagte Sabel. "Industrie und Handwerk hatten sich eigentlich auf dieses Ziel eingestellt und Produktionskapazitäten entsprechend ausgebaut. Aber es sind inzwischen Anpassungen nach unten vorgenommen worden." Das sei bedauerlich und aus BWP-Sicht nicht unbedingt notwendig gewesen. "Man hätte diesen Pfad auch konsequent voranführen können." Es sei nicht gut für eine Zukunftstechnologie, zwei Schritte nach vorne zu machen, nur um einen wieder zurückzugehen.

 

Die Förderungen des BEG seien trotz schleppenden Starts weiterhin von zentraler Bedeutung. "Im Verlauf des Jahres 2024 hat sich das sehr gut entwickelt, aus unserer Sicht ist die Förderung jetzt erst wirklich vollumfänglich angekommen und etabliert. Die Bekanntheit und Inanspruchnahme hat stetig zugenommen", so Sabel. Besonders stark waren Förderanträge im vierten Quartal 2024. Dies führt der BWP-Geschäftsführer auf Angst vor einem möglichen Förderstopp im Jahr 2025 zurück. 

 

Branchenforderungen an die Politik

 

An die neue Regierung hat der Branchenverband einige Forderungen. Zum einen braucht es laut BWP eine verlässliche Fortführung des BEG sowie Orientierung über das Ordnungsrecht. Außerdem "eine konsequente Fortführung der Absenkung der Stromkosten". Die angekündigten fünf Cent müssen auch kommen, führte Sabel aus. Zusätzlich brauche es eine grundsätzliche Neuaufstellung der Netzausbaufinanzierung, einen schnelleren Smart-Meter-Rollout und die pünktliche Einführung des EU-Emissionshandels im Gebäudebereich 2027. Zudem müsse die Öffentlichkeit besser über die kommunalen Wärmepläne informiert werden. Im vorliegenden Koalitionsvertrag sieht der Geschäftsführer gute Ansätze, stellte aber auch fest: "Wichtig ist, dass insbesondere was das GEG angeht, die Verwirrungen aufgelöst werden." Es sei von Reformen die Rede, diese müssen auch schnell umgesetzt werden. Es dürfen keine weiteren Unsicherheiten aufkommen, so der BWP-Geschäftsführer. 

 

Strompreis verantwortlich für Zurückhaltung

 

Ein Grund, warum die Deutschen sich mit der Wärmepumpe bisher schwertun, sei das Verhältnis von Strom- zu Gaspreis. "Wir haben über viele Jahrzehnte in Deutschland gelernt, dass Gas günstig ist und dass Gas eine vermeintlich umweltfreundliche Art zu heizen ist. Strom war lange viel zu wertvoll zum Heizen. Dieser Paradigmenwechsel ist in Deutschland noch nicht so richtig angekommen", erklärte Sabel die Gründe. 

 

Zwei Punkte sind dem BWP-Geschäftsführer wichtig. Die Absatzzahlen würden zeigen, dass die Wärmepumpe angenommen wird. Deshalb Sabels Aufruf an die Politik, diesen Trend nicht abreißen zu lassen. Verunsicherungen seien schädlich für den Markt. Damit dieser wirken kann, brauche es stabile Rahmenbedingungen. Derzeit seien circa zwei Mio. Wärmepumpen in Betrieb, rund 21 Mio. Heizungen gebe es in Deutschland - "Der Weg ist noch weit", so Sabel. /sr

Zurück