Stadtwerke Bochum nutzen Erdwärme für Stadion
Bochum (energate) - Die Stadtwerke Bochum haben für das Wattenscheider Lohrheidestadion ein neues Energiekonzept umgesetzt. Zum Heizen und Kühlen nutzt der Versorger jetzt oberflächennahe Geothermie. Das dafür notwendige Erdsondenfeld liegt bereits seit dem vergangenen Jahr im Boden, teilten die Stadtwerke anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme dazu mit. Sie hatten das Projekt gemeinsam mit dem ortsansässigen Fraunhofer IEG umgesetzt. 38 Bohrungen mit einer Tiefe von je 150 Metern waren dafür notwendig. Auf dem Rasen des Werferplatzes hinter der Westtribüne des Stadions sei davon nun nichts mehr zu sehen, betonte das Unternehmen.
PV-Anlage soll ab Herbst entstehen
Neben dem Erdsondenfeld haben die Stadtwerke zudem zwei Wärmepumpen installiert. Diese stellen etwa 237 kW Wärme- und 190 kW Kälteleistung zur Verfügung. Ein Glykol-Wasser-Gemisch zirkuliert zwischen Sonden und Wärmepumpen. "Den Strom für die Wärmepumpen liefern künftig 100 Photovoltaikmodule, die wir auf dem Dach der Sportstätte errichten", erklärt Elke Temme, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bochum. Die Anlage mit 40 kWp Leistung soll ab Herbst entstehen. Unter idealen Bedingungen werde sie den Bedarf der Kälteanlage zu 100 Prozent und im Winter rund 60 Prozent der erforderlichen Leistung für die Wärmepumpen decken.
Stadionumbau für 51,5 Mio. Euro
Im Lohrheidestadion sind der Leichtathleten der TV Wattenscheid 01 und der Fußballverein SG Wattenscheid 09 beheimatet. Es wurde kürzlich für rund 51,5 Mio. Euro umfassend umgebaut und damit auch für die im Rahmen der im Sommer stattfindenden Leichtathletikwettbewerbe FISU World University Games fit gemacht. Dazu gehörte unter anderem eine neue Westtribüne, Büros, Umkleiden und Businessräumlichkeiten sowie eben das von den Stadtwerken Bochum umgesetzte grüne Energiekonzept. Finanziert hat der Versorger dieses auch über den Sparkassenbrief "Natürlich Bochum". Das ist ein gemeinsames Finanzprodukt der Sparkasse und der Stadtwerke Bochum, über welches Bürgerinnen und Bürger sich an klimafreundlichen Projekte finanziell beteiligen können. /ml