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Rekordeinspeisung durch Erneuerbare

Bonn (energate) - Die Einspeisemengen durch Windkraft (on- wie offshore) und Photovoltaik erreichten im Zeitraum April bis Juni einen neuen Quartalshöchstwert. Das geht aus einer Auswertung der Bundesnetzagentur auf dem Datenportal Smard hervor. Demnach stieg der Anteil der Erneuerbaren an der Gesamterzeugung auf 65 Prozent, im Vorjahresquartal waren es noch 59 Prozent gewesen. In den drei betrachteten Monaten importierte Deutschland 11,1 Mrd. kWh Strom mehr als es exportierte.

 

Die Photovoltaik war mit 24,3 Mrd. kWh (+11 %) erneut wichtigster Energieträger im zweiten Quartal. Damit stammt fast ein Viertel des Stroms aus Solaranlagen. Besonders im Mai und Juni habe die Sonne im Norden und Nordosten Deutschlands überdurchschnittlich geschienen, erläuterte die Bundesnetzagentur. Außerdem seien gegenüber dem Vorjahresquartal zusätzliche Solarkraftwerke mit etwa 10.000 MW installierter Erzeugungsleistung neu hinzugekommen.

 

Auch bei den Onshore-Windkraftanlagen gab es einen Zubau, dieser reichte aber mit 2.500 MW nicht an den im Solarbereich heran. Insbesondere durch mehrere Sturmtiefs im April und Juni legte aber auch hier die Erzeugung deutlich zu, um sieben Prozent auf 21,4 Mrd. kWh. Offshore-Windenergieanlagen lieferten 5,3 Mrd. kWh. Weitere 4,7 Mrd. kWh kamen aus Wasserkraftwerken, gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr ein Plus von 18 Prozent.

 

Kohle verliert

 

Auf der Gegenseite sanken die Einspeisungen aus Kohle auf ein Rekordtief. Der Beitrag der Steinkohle ging um 38 Prozent auf 3,8 Mrd. kWh zurück, der der Braunkohle um 18 Prozent auf 14,3 Mrd. kWh. Der Beitrag von Erdgas verringerte sich mit 10,7 Mrd. kWh hingegen nur wenig. Damit lieferten Kohle und Erdgas im zweiten Quartal 29 Prozent des Stroms, im Vorjahreszeitraum waren es noch 34 Prozent gewesen.

 

Mehr Stromimporte aus Belgien

 

Sowohl die Stromimporte als auch die -exporte legten gegenüber dem Vorjahr zu. Allerdings lagen die Importe mit 18,1 Mrd. kWh (+18 %) deutlich über den Exporten (7,0 Mrd. kWh). Eine Besonderheit gab es beim Stromhandel mit dem Nachbarland Belgien: Aufgrund der gestiegenen Preisdifferenz - der Preis war in der überwiegenden Zahl der Stunden in Belgien günstiger als in Deutschland - kletterten die Nettoimporte um 431 Prozent auf 1,2 Mrd. kWh. Nach wie vor größter Nettoimporteur ist aber weiterhin Frankreich (4,2 Mrd. kWh), wo die Großhandelspreise ebenfalls deutlich unter denen in Deutschland liegen, gefolgt von Dänemark (2,7 Mrd. kWh) und der Schweiz (2,7 Mrd. kWh). Größte Exportländer waren Österreich, Polen und Tschechien. Die drei Länder importierten netto jeweils zwischen 0,7 und 0,9 Mrd. kWh. /sd

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