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Onshore-Windkraft: Schwächstes Quartal seit 2017

Essen (energate) - Die öffentliche Nettostromerzeugung aus Onshore-Windkraft war im ersten Quartal 2025 unterdurchschnittlich gering. Gerade einmal 26.638 GWh Strom erzeugten die Windenergieanlagen bis Ende März, der schlechteste Wert seit 2017. Damals wurden mit rund 13.000 MW weniger installierter Gesamtleistung im gleichen Betrachtungszeitraum 22.676 GWh Strom produziert. Dies ergab eine energate-Auswertung der öffentlichen Nettostromerzeugung auf Basis von Daten des Fraunhofer-Instituts ISE auf Energy-Charts.

 

Wenig Wind führt zu mehr konventioneller Erzeugung

 

Das geringe Winddargebot führte dazu, dass die Stromerzeugung aus konventionellen Anlagen im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zunahm. Erdgasanlagen produzierten 21.277 GWh Strom, Braunkohleanlagen 21.197 GWh. Insbesondere Erdgas kam im Vergleich zu 2024 deutlich mehr zur Verstromung zum Einsatz, der Anteil wuchs um knapp 37 Prozent. Der Braunkohleanteil an der öffentlichen Stromerzeugung wuchs um rund 11 Prozent zum Vorjahr. Die Folge: Insgesamt produzierten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis Ende März rund 16 Prozent weniger Strom als im Vorjahreszeitraum - und das, obwohl die PV-Produktion im Vergleich zum Vorjahr zunahm. Die Stromproduktion aus Offshore-Windparks sank im gleichen Betrachtungszeitraum sogar um 31 Prozent.

 

Zum Vergleich: Zwischen 2022 und 2024 lag die öffentliche Nettostromerzeugung aus Onshore-Windanlagen konstant über 35.000 GWh. 2022 wurden rund 36.000 GWh Strom produziert, 2023 waren es 35.447 GWh und 2024 war das windreichste erste Quartal mit 38.318 GWh. Im gleichen Zeitraum stieg die installierte Onshore-Windkraftleistung von 58.106 MW im Jahr 2022 auf 63.461 MW an.

 

Windflaute belastet Anlagenbetreiber

 

Der fehlende Wind wirkt sich auch auf die Erträge der Windparkbetreiber aus - etwa auf den Projektierer PNE. Im ersten Quartal gingen die Umsatzerlöse von 31,4 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 27,9 Mio. Euro zurück, das Betriebsergebnis lag im ersten Quartal 2025 bei -7,1 Mio. Euro. Dennoch zeigte sich Heiko Wuttke, Vorstandsvorsitzender der PNE, kämpferisch. "Wir sind gut in das Jahr 2025 gestartet. Bereinigt um das außerordentlich geringe Windaufkommen hätte unser Ergebnis mindestens auf Vorjahresniveau gelegen", ordnete Wuttke das Zahlenwerk ein.

 

Börsenstrompreise deutlich höher als im Vorjahr

 

Das geringe Windaufkommen sorgte auch für deutlich höhere Börsenstrompreise. Lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis an der Epex Spot im ersten Quartal 2024 noch bei 67,67 Euro/MWh, waren im ersten Quartal 2025 rund 112 Euro/MWh fällig. Denn insbesondere im Winter mit kurzen Tagen und dementsprechend wenig Sonne muss die Windproduktion den Ausfall der Sonnenergie auffangen. Da dies im ersten Quartal 2025 nicht der Fall war, kamen die deutlich teureren konventionellen Erzeugungsanlagen zum Einsatz. Das macht sich auch an den Stunden mit Preisen jenseits der 200-Euro-Marke bemerkbar. Insgesamt 66-mal kostete die Megawattstunde zwischen Anfang Januar und Ende April mehr als 200 Euro, im Vorjahr kam es nur ein einziges Mal zu solchen Preisausschlägen. /rh

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