Noch langer Weg für Stromwende in NRW
Düsseldorf (energate) - Nordrhein-Westfalen (NRW) hat noch viel Nachholbedarf bei erneuerbaren Energien. Gleichzeitig ist das Land aber auf einem guten Weg, insbesondere bei der Windkraft. Das zeigt eine energate-Auswertung des Marktstammdatenregisters kombiniert mit aktuellen Daten des landeseigenen Statistik-Dienstleisters IT.NRW.
Laut Register kamen im Jahr 2025 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1.362 MW hinzu. Somit erreicht das Bundesland knapp ein Viertel (23 %) des bundesweiten Zubaus in Höhe von 5.813 MW. Zudem knackte NRW damit seinen bisherigen Ausbaurekord, wie der Erneuerbarenverband LEE NRW bereits im Oktober verkündete. Darüber hinaus wuchs das PV-Portfolio um 17.172 MWp, das entspricht 12 Prozent des gesamtdeutschen Zubaus.
Im Koalitionsvertrag hatte die schwarz-grüne Landesregierung 2022 vereinbart, den Bau von 1.000 neuen Windkraftanlagen bis zum Ende der Legislaturperiode zu ermöglichen. Im Mai 2025 waren davon schon 401 Anlagen geschafft, das Ziel galt daher als realistisch. Im April 2027 müssen die Bürgerinnen und Bürger das nächste Mal an die Wahlurne.
NRW weiter Kohleland
Eine Auswertung von IT.NRW zeigt aber auch: Der Umstellbedarf ist weiterhin riesig. 2025 stammten rund 70 Prozent der ins öffentliche Netz eingespeisten Strommenge aus fossilen Energien, davon 43,6 Prozent aus Kohle und 25,6 Prozent aus Erdgas. Der Anteil der Erneuerbaren lag bei 27,8 Prozent, rund die Hälfte davon (52,2 %) steuerte die Windkraft bei. 28,5 Prozent des Ökostroms stammte aus Solarkraftwerken. Zum Vergleich: Deutschlandweit stammte im vergangene Jahr 62 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren-Anlagen. NRW hat daher noch Nachholbedarf.
2025 gingen zwar die Strommengen aus Kohle um 2,95 Mrd. kWh auf 38,16 Mrd. kWh zurück. Die rückgängige Kohleverstromung wurde aber überwiegend von Gaskraftwerken kompensiert. Die Menge des von Gaskraftwerken ins Netz eingespeisten Stroms stieg um 1,85 Mrd. kWh auf 22,38 Mrd. kWh. Die Einspeisung aus Erneuerbaren legte lediglich um 0,80 Mrd. kWh auf 24,29 Mrd. kWh zu. Grund dafür war auch eine sehr schlechte Windeinspeisung zu Beginn des Jahres 2025. /sd