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Niederländer kaufen Servicesparte von Eno Energy auf

Rostock (energate) - Die Servicesparte der insolventen Eno-Energy-Gruppe wird niederländisch. Der Windkraft-Dienstleister Iver Experts In Wind nutzt die Übernahme aller Wartungs- und Instandhaltungsaktivitäten der Eno Energy Systems GmbH als Hebel für den Markteintritt in Deutschland. Anstatt wie ursprünglich geplant einen einzelnen Service-Hub in Rostock zu eröffnen, bekommen die Niederländer nunmehr einen etablierten Standort mit mehreren Büros und insgesamt 60 Fachkräften, hieß es aus dem Iver-Stammsitz in Lelystad, der Hauptstadt der Provinz Flevoland. Dass es im Rahmen der Insolvenz zur Zerschlagung der Eno-Energy-Gruppe kommen würde, hatte sich bereits abgezeichnet.

 

Der neue Eigentümer der Eno-Energy-Serviceaktivitäten hebt das mit übernommene Fernwartungszentrum der Norddeutschen in Rostock als Asset mit besonderem Mehrwert für die gesamte Kundschaft von Iver hervor. Auch der Leiter von Iver Germany, Geert Leeuwis, kommt direkt von Eno Energy. Dort war der Niederländer in den vergangenen vier Jahren Serviceleiter. Leeuwis blickt auf eine lange Karriere als verantwortliche Fachkraft im Windkraft-Servicegeschäft zurück, unter anderem war er auch bei Senvion und Vestas tätig gewesen.

 

Hoffnung auf Wachstum jenseits von Repowering in Deutschland

 

"Europas größter Windmarkt" biete großes Wachstumspotenzial für Iver Germany, so Leeuwis. Jenseits von Repowering gebe es "viele Turbinen, die so lange wie möglich in Betrieb bleiben sollen", sagte er: "Innovative Lösungen sind daher von entscheidender Bedeutung." Ferner hoffen die Niederländer darauf, auch die Bestandskunden der Sparte halten zu können. Allen seien neue Vertragsangebote unterbreitet worden, hieß es. Was für ein großer Schritt die Übernahme für die Iver-Gruppe ist, zeigt die Tatsache, dass die Niederländer zuvor rund 120 Beschäftigte zählten. Iver entstand 2021 aus der Fusion zweier niederländischer Mittelständler. Seither wuchs das Unternehmen durch zwei Übernahmen, eine in den Niederlanden und eine in Spanien.

 

Kurzfristige Liquiditätsengpässe ließen Eno Energy wohl havarieren

 

Die Eno-Gruppe wiederum zählte bis zur Insolvenz im September 2025 rund 280 Beschäftigte. Allerdings deckte der 2007 gegründete inhabergeführte Mittelständler die gesamte Wertschöpfungskette der Windkraft ab, vom Windradbau über die Projektentwicklung bis hin zu Betrieb und Wartung im Kundenauftrag. Das Hauptverfahren rund um den Konkurs der Eno-Gruppe startete Anfang Oktober, wegen "Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung", wie es in einer Bekanntmachung des Gerichts heißt. Medienberichten zufolge war das technisch sehr gut aufgestellte Unternehmen nach der Kündigung eines Zulieferers im Bereich Windkraft-Turbinenbau in Schieflage geraten. Die Dresdener Rechtsanwältin Kerstin Bontschev attestierte dem Unternehmen daraufhin auf Basis des Geschäftsberichts für 2023 einen "extrem dünnen Liquiditätspuffer" in der Bilanz. /pa

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