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Neues Manifest für Elektrolyseure made in Europe

Essen (energate) - Sechs europäische Elektrolyseur-Hersteller haben eine neue Allianz gebildet. Unter dem Namen "Electrolysers for Europe" - abgekürzt "E4E" - wollen die Unternehmen die gemeinsame Stimme für eine heimische Produktion gegenüber China & Co sein. "Elektrolyseure können und müssen die nächste Erfolgsgeschichte für Europa werden", betonten die Unternehmen, die sich mit ihrer Technologie "auf Weltklasseniveau im Industriemaßstab" im Vorteil sehen. Was fehle, seien die nötigen Voraussetzungen, aufseiten der Politik hake es, heißt es in ihrem 13-seitigen Manifest.  

 

Neben den deutschen Produzenten Sunfire und Thyssenkrupp Nucera sind ITM Power aus Großbritannien, John Cockerill aus Belgien, Topsoe aus Dänemark sowie Nel aus Norwegen vertreten. Die Unternehmen erinnern gemeinsam an das EU-Ziel, bis 2030 eine Produktion von 40 GW aufzubauen. In Wirklichkeit seien jedoch weniger als 1 GW umgesetzt worden. Hinzu kommen noch etwa 2,8 GW in Bau. Die erweiterten Produktionskapazitäten geben aber weit mehr her, seit 2020 wurden sie verzehnfacht. Heute wären mit mehr als 13.000 Angestellten über 10 GW pro Jahr möglich. "Wir haben unser Versprechen gehalten", erklären die sechs Hersteller auf ihrer eigens eingerichteten Homepage zu E4E. Nun müsse es auch die Politik tun. 

 

Regularien vereinfachen, Nachfrageanreize schaffen 

 

In ihrem gemeinsamen Manifest fordern sie von den europäischen Gesetzgebern eine vereinfachte Regulierung, langfristige Investitionssicherheiten sowie Maßnahmen, die die Marktnachfrage ankurbeln. Millionen qualifizierte Arbeitsplätze könnten so geschaffen werden und gleichzeitig mehr Resilienz für den Standort. Ansätze bieten eine gute Umsetzung der neuen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED III), Initiativen zu Quoten im Rahmen der Verordnung für den Luftverkehr ("ReFuelEU"), smarte öffentliche Ausschreibungen sowie ein gutes Produktlabeling, das den Einsatz von europäischem Wasserstoff transparent macht und anreizt. 

 

Ausbleibende oder geplatzte Großaufträge sind ein großes Problem für deutsche und europäische Produzenten. Im energate-Interview hatte Nima Pegemanyfar vom Hersteller Quest One erläutert, dass sogar millionenschwere Förderungen aus dem Programm IPCEI nicht ausreichen, um die Konkurrenz aus China auszustechen. Der Hersteller musste bereits viele Stellen in der Hamburger Produktion abbauen. Knackpunkt ist in seinen Augen, dass bei Ausschreibungen keine Vorgaben zum Einsatz heimischer oder zumindest europäischer Elektrolyseure gemacht werden - Stichwort Leitmärkte. Zweites großes Manko sind die komplizierten europäischen Regularien zur grünen Wasserstoffproduktion. In China würde keiner auf die Idee kommen, zunächst die eigene Infrastruktur komplett mit Grünstrom versorgen zu müssen, bevor ein einziges Kilowatt an Grünstrom für die Elektrolyse genutzt werden darf, so Pegemanyfar.  /jr/mt

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