Ines ermittelt deutschen Wasserstoffspeicherbedarf
Berlin (energate) - Die Initiative Energien Speichern (Ines) startet die zweite Marktabfrage (MAHS) für den künftigen Wasserstoffspeicherbedarf. Sie soll über zwei Monate bis zum 5. Juni laufen. Die Abfrage richtet sich an Unternehmen aus dem In- oder Ausland, die beabsichtigen, in Deutschland Wasserstoff zu speichern. Damit kommt Ines der Pflicht nach, die sich aus der EU-Binnenmarktverordnung ergibt. Artikel 8 gibt vor, mindestens alle zwei Jahre eine Marktbewertung für Investitionen in Speicher für erneuerbare und kohlenstoffarme Gase inklusive Wasserstoff durchzuführen. "Die MAHS trägt dazu bei, bestehende Unsicherheiten im entstehenden Wasserstoffmarkt zu reduzieren und schafft eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik und Wirtschaft", sagte Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von Ines. Erstmals werden systematisch die Entwicklungen der letzten zwei Jahre erfasst. Ziel sind zudem genauere Aussagen zu Speicherbedarf, Wasserstoffaufkommen und -verwendung als beim letzten Mal.
In der ersten Abfrage im Jahr 2024 hatte Ines eine Ausspeicherleistung von 15 bis 24 GW für das Jahr 2032 ermittelt, in dem das Wasserstoff-Kernnetz laut EnWG in Betrieb gehen soll. Damit lagen die Annahmen deutlich über denen für das Szenario des Kernnetzes mit nur 8 GW. Auch bei der Einspeicherleistung variierten die Annahmen stark von 9 bis 20 GW gegenüber dem Kernnetz-Szenario von 8 GW. Die Abfrage der Fernnetzbetreiber zur Einsspeiseleistung mit 23 GW hatte einen noch höheren Wert ergeben. Grund für die Einspeise-Abweichungen sind die unterschiedlichen Prognosen, wie viel grüner Wasserstoff sich aus erneuerbaren Energien produzieren lässt.
H2-Kraftwerke lösen Speicherbedarf aus
Ab 2035 nimmt der Speicherbedarf in den Augen von Ines nochmals stark zu, sobald Wasserstoffkraftwerke den Strommarkt absichern werden. Da die H2-Kraftwerke als Back-up der Erneuerbaren dienen, müssen sie einspringen, wenn diese nicht produzieren. Im selben Moment fehlt damit auch der grüne Strom für die Elektrolyseure, die eigentlich den grünen Wasserstoff für die H2-Kraftwerke liefern sollen. Schon bei der Vorstellung der Ergebnisse der ersten Marktabfrage Anfang 2025 appellierte Ines, dass Netz- und Speicherbetreiber bei der Netzplanung stärker zusammenarbeiten sollten. Für die Teilnahme der neuen Marktabfrage ist eine vorherige Registrierung notwendig. Fragen wird Ines am 22. April in einem Webinar erläutern. /mt