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Hochsee-Windkraft als bundesweiter Wirtschaftsfaktor

Berlin (energate) - Die Wertschöpfung der Offshore-Windkraft reicht weiter als vielfach wahrgenommen. Der Sektor ist nicht nur für die Bundesländer an Deutschlands Küsten ein positiver Wirtschaftsfaktor, sondern weit darüber hinaus. Das geht aus der aktuellen Offshore-Wertschöpfungsstudie von Wind Research hervor. Vor diesem Hintergrund plädieren Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein dafür, die bundesweiten Wertschöpfungspotenziale der Hochsee-Windkraft stärker zu betonen. Dafür sprachen sich Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalen (Grüne), und Tobias Goldschmidt, Energiewendeminister Schleswig-Holstein (Grüne), bei der Vorstellung der Studie des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO) aus. Ihr Petitum: Alle Bundesländer könnten stärker vom Offshore-Ausbau profitieren. Gleichzeitig brauche es schnellstmöglich ein neues Ausschreibungsverfahren. 

 

Am stärksten profitiert laut Studie aktuell Nordrhein-Westfalen von der Offshore-Wertschöpfung. Das Bundesland erreichte im Jahr 2025 mit etwa 6.300 Vollzeitäquivalenten den höchsten Beschäftigungsumfang im Offshore-Segment, so die Studie. "Es ist immer schwierig, von sich selbst zu behaupten, man sei Spitzenreiter. Aber ich glaube, hier ist es einfach die Wahrheit", sagte Neubaur. Dennoch verbinden die Menschen das Thema mit dem Norden: "Bei Offshore-Windenergie in Nordrhein-Westfalen schauen viele erst einmal irritiert: Wovon redet sie?" Doch mit vielen Stahl- und Metallherstellern sowie Anlagen- und Maschinenbauern entfalte der Offshore-Ausbau eine große Wirkung in Nordrhein-Westfalen. Neubaurs Appell: "Ich finde aber auch, dass alle 16 Bundesländer Spitzenreiter werden sollten."

 

Ähnlich bewertete Goldschmidt die Situation, zulange sei das Thema Offshore-Windenergie stiefmütterlich behandelt worden: "Im Bundesrat war es häufig ein Küstenbundesländerthema. Deshalb ist es wichtig, den Scheinwerfer darauf zu richten, welche Wertschöpfungspotenziale bundesweit damit verbunden sind." 

 

"Politischer Druck" für besseres Ausschreibungsdesign

 

Die größten strukturellen Herausforderungen waren schnell benannt. "Wir brauchen zunächst ein funktionierendes Marktdesign, damit Flächen vergeben werden und Investitionsbereitschaft entsteht", so Goldschmidt. Die Ausschreibungen mit Nullgeboten zeigten, dass Handlungsbedarf bestehe. "Gemeinsam mit Tobias Goldschmidt treiben wir zudem eine Bundesratsinitiative voran, um Ausschreibungssysteme anzupassen und den Ausbau grenzüberschreitender Leitungen zu beschleunigen", ergänzte Neubaur: "Wir müssen politischen Druck aufbauen, damit die Ausschreibungsmodalitäten verbessert werden."

 

Aber auch die Hafeninfrastruktur bleibe ein schwieriges Thema: "Wir haben mit Brunsbüttel einen interessanten, auch wichtigen Hafen, aber da sind die Kapazitäten natürlich begrenzt." Deshalb sei Schleswig-Holstein bereit darüber zu reden, einen neuen Hafen zu errichten, so Goldschmidt: "Wenn ich zum Beispiel an Brokdorf denke, da steht noch ein Atomkraftwerk, da wird künftig viel Platz sein." Dort könne unter Umständen ein auf Offshore spezialisierter Hafen entstehen. /sr

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