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Heizungsmodernisierungen auf Tiefstand

Potsdam (energate) - Die Heizungsmodernisierungsrate ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen. Der Anteil an Eigentümern, die ihre Heizung erneuerten, lag 2024 bei 1,3 Prozent. 2022 waren es noch 4,6 Prozent gewesen. Das geht aus dem "Fokusreport Wärme und Wohnen 2024" des Kopernikus-Projekts Ariadne hervor. Der Rückgang schließe sowohl fossile Heizungen als auch Wärmepumpen mit ein, erklärte Kathrin Kaestner vom RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, die an der Studie beteiligt war. "Das weist darauf hin, dass fehlende Informationen zu Förderprogrammen, aber auch politische Unsicherheiten rund um das Thema Klimapolitik, Gebäudeenergiegesetz und kommunale Wärmeplanung die politisch gewollte Wärmewende bremsen."

 

Laut dem Report hat die Wärmepumpe aufgeholt. Während die Einbaurate von Wärmepumpen noch bis 2023 deutlich hinter dem Einbau von Heizungen auf Basis von Öl, Gas oder Pellets lag, lag sie im Jahr 2024 mit 0,5 Prozent im Bestand von selbst genutztem Wohneigentum fast gleichauf mit fossilen Technologien, die auf 0,7 Prozent kamen.

 

Die Ergebnisse zeigen zudem einen leichten Aufwärtstrend bei der energetischen Sanierungsrate der Gebäudehülle seit 2021. Mit 1,1 Prozent der Haushalte in Eigenheimen im Jahr 2024 blieb diese jedoch weiterhin hinter dem 2010 gesetzten Ziel von jährlich 2 Prozent zurück. Ein Austausch der Fenster ist laut dem Report unter selbst nutzenden Eigentümern die häufigste energetische Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle, gefolgt von der Dämmung des Dachs.

 

Steigung bei Heizkostenabschlägen

 

Aus der Untersuchung, für die im Herbst 2024 rund 15.000 repräsentativ ausgewählte Haushalte in Deutschland befragt wurden, geht auch eine Steigung bei den Heizkostenabschlägen hervor. Diese lagen demnach pro Haushalt im Jahr 2024 im Median bei knapp 1.800 Euro pro Jahr (gegenüber 1.600 Euro im Vorjahr). Die spezifischen Heizkosten pro Quadratmeter lagen bei 17,70 Euro pro Jahr (gegenüber 17,00 Euro im Vorjahr). Im Querschnittsvergleich ergibt sich damit ein Kostenanstieg um 12,5 Prozent pro Haushalt beziehungsweise 4,1 Prozent je Quadratmeter.

 

Im Durchschnitt liegen die Heizkosten laut dem Report für Haushalte, die eine Wärmepumpe nutzen, bei 13,80 Euro pro Quadratmeter und Jahr. Der Wert für Gas liegt bei 16,90 Euro und für Fernwärme bei 20,60 Euro. Mitautor Christian Oberst vom Institut der deutschen Wirtschaft ordnete allerdings ein: "Die niedrigeren Heizkosten bei den Wärmepumpen sind mitunter darauf zurückzuführen, dass diese wirtschaftlich nur in Gebäuden mit höherer Energieeffizienz und verbesserter Wärmedämmung eingesetzt werden können". Dort sind sie die beliebteste Heizungstechnologie, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen.

 

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt seit 2024 einen 65-prozentigen Anteil an erneuerbarer Heizenergie in Neubauten vor. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD allerdings geschrieben, das "Heizungsgesetz" abschaffen zu wollen. Aussagen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatten zudem für Verwirrung gesorgt und ein Bündnis von Verbänden hatte von der Bundesregierung Deutlichkeit darüber gefordert, wie die Aussagen zum GEG zu verstehen seien.  

 

Ansichten zur CO2-Abgabe

 

Im Report gehen die Autoren auch auf die Zustimmung zur CO2-Abgabe ein. Diese habe sich im Durchschnitt mit einer Zustimmung von 35 Prozent kaum zum Vorjahr verändert. Haushalte mit einer höheren Heizkostenbelastung proportional zum Einkommen lehnten den CO2-Preis eher ab. Umgekehrt fällt die Zustimmung unter Haushalten mit einer niedrigen Kostenbelastung, beispielsweise bei Besitzern von Wärmepumpen, besonders hoch aus (51 Prozent). Auch die subjektive Wahrnehmung mache einen Unterschied. Rund 13 Prozent der Gruppe, die vergleichsweise wenig ihres Einkommens für Heizkosten aufbringt, fühlen sich trotzdem belastet. Damit einhergehend unterstützt weniger als die Hälfte von ihnen die CO2-Abgabe. /kij

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