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Heidebroek drängt auf schnelle Zusatz-Ausschreibungen

Berlin (energate) - Die Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie (BWE) Bärbel Heidebroek mahnt bei der Politik Tempo an. Das von der Bundesregierung versprochene zusätzliche Ausschreibungsvolumen von zwölf Gigawatt müsse zumindest zum Teil noch in diesem Jahr unter den Hammer kommen, sagte Heidebroek im Interview mit energate. Das zusätzliche Volumen hatte Bundesumweltminister Carsten Schneider beim Klimadialog der SPD in Berlin angekündigt. Nur - und das hält Heidebroek für besorgniserregend - dieses Versprechen hat es nicht in den aktuellen Entwurf zur EEG-Novelle geschafft. "Dieser Fehler muss im weiteren Gesetzgebungsverfahren korrigiert werden", forderte Heidebroek. Denn: "Der Wettbewerb ist zurzeit extrem stark, der Preisdruck hoch." Manche Projekte rechneten sich bei den aktuellen Zuschlagswerten nicht mehr und über die Hälfte erhalte keinen Zuschlag. Mehr Ausschreibungsvolumen würde hier helfen, so Heidebroek. Sie bekräftigte: "Die Bundesregierung muss hier zu ihrem Wort stehen und schnell für Planungssicherheit sorgen."

 

Ebenfalls mehr Geschwindigkeit mahnte Heidebroek bei der Einführung von Contracts for Difference (CfD) an. Dieses von der EU geforderte Prinzip sichert Erzeugern Preise innerhalb einer bestimmten Spannweite zu. Steigt der Marktpreis darüber, schöpft der Staat ab, bei geringeren Marktpreisen schießt er zu. Dass es aufgrund des neuen Marktdesigns zu Vorzieheffekten kommen könnte, meint Heidebroek indes nicht: "Wir sehen keine Anzeichen dafür, dass vor 2027 eine Welle von Genehmigungen vorgezogen wird." Im Gegensatz zu den zusätzlichen Ausschreibungen finden sich die CfDs aber im Entwurf der EEG-Novelle wieder.

 

Dies gilt ebenso für den von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geplanten Redispatch-Vorbehalt. Für Heidebroek ein No-Go: "Wenn ich nicht weiß, wie oft meine Anlage abgeregelt wird und ob ich dafür entschädigt werde, kann ich den Ertrag nicht berechnen - und dann finanziert keine Bank den Windpark." Statt eines Redispatch-Vorbehaltes brauche es einen schnelleren Ausbau der Netze und einen höheren Grad der Digitalisierung derselben. "Derzeit arbeiten wir mit Netzen aus dem letzten Jahrtausend."

 

Wind als idealer Partner für bayerische Solaranlagen

 

Heidebroek machte sich zudem im Interview für den Ausbau der Windkraft in Bayern stark: "Die Politik will dort den Ausbau der Windenergie, das war lange anders." Daher platze jetzt auch bei den Genehmigungen der Knoten. Dementsprechend würden sich auch an den kommenden Auktionen voraussichtlich viele bayerische Projekte beteiligen. Diese hätten es aber oft schwerer. Denn, so Heidebroek, an windschwächeren Standorten sei der Kostendruck höher. Dass dies so ist, hatte auch die jüngste Windkraftauktion gezeigt. Gerade einmal zwei Prozent der bezuschlagten Menge entfielen auf Bayern. Entscheidend sei daher, ob die bayerischen Windkraftprojekte auch bezuschlagt würden, so Heidebroek. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang, dass das Referenzertragsmodell, das für einen Ausgleich zwischen den Regionen sorgt, erhalten bleiben soll. "Man kann es an einzelnen Stellen nachjustieren, aber grundsätzlich ist es wichtig für einen flächendeckenden Ausbau", unterstrich die Verbandspräsidentin.

 

Dass Süddeutschland mehr Windkraft braucht, steht für Heidebroek außer Frage. Es sei volkswirtschaftlich sinnvoll, dort zu bauen, wo der Strom gebraucht werde. "Die Alternative wäre, immer mehr Strom aus dem Norden in den Süden zu transportieren", so die BWE-Präsidentin. Zumal Windkraft der ideale Partner für die im Süden üppig vorhandene Solarenergie sei. /sd

 

Das vollständige Interview mit BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek finden Sie im Strom-Add-on

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