Grüner Wasserstoff günstiger
Bonn (energate) - Durch die stabile Solareinspeisung sowie die hohe Windeinspeisung am vergangenen Wochenende gab es deutliche Preisnachlässe an den kurzfristigen Strommärkten gegenüber der Vorwoche. Die Spotpreise fielen im Durchschnitt um rund 18 Prozent und notierten bei 85 Euro/MWh. Dadurch gingen auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff auf Wochenbasis zurück. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 165 Euro/MWh (5,51 Euro/kg) und damit 28 Euro/MWh (0,93 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green verringerte sich mit 32 Euro/MWh (1,08 Euro/kg) ebenfalls deutlich und verzeichnete einen Durchschnittswert von 129 Euro/MWh (4,30 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green stieg um 4 Euro/MWh auf 36 Euro/MWh (1,20 Euro/kg).
An den Gasmärkten kam es zu keinen signifikanten Preisveränderungen. Einerseits sorgten die erneuten Unsicherheiten um einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine für Preisauftrieb. Auf der anderen Seite ist die Versorgungslage im Moment gut, auch bedingt durch die milden Temperaturen und die geringe Gasnachfrage. Die Spotpreise erhöhten sich im Wochenmittel leicht um 0,4 Prozent auf 43 Euro/MWh. Dadurch blieben auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis annähernd unverändert. Der Hydex Grey und der Hydex Blue notierten jeweils bei 96 Euro/MWh (3,19 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 108 Euro/MWh (3,60 Euro/kg) beim Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 29 Euro/MWh (0,96 Euro/kg) auf im Mittel 69 Euro/MWh (2,31 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 33 Euro/MWh (1,11 Euro/kg). /Andreas Gelfort, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de