Grenzkosten von Wasserstoff höher durch Gaspreisanstieg
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche gingen die kurzfristigen Strompreise nach oben. Ausschlaggebend war insbesondere eine geringe Windeinspeisung mit geringen PV-Prognosen. In der Folge lagen die kurzfristigen Spotmarktpreise im Wochenvergleich rund 23 Prozent höher bei durchschnittlich 109 Euro/MWh. Dadurch gingen auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff nach oben. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 201 Euro/MWh (6,70 Euro/kg) und damit 32 Euro/MWh (1,05 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche.
Der stundenoptimierte Hydex 12 Green ging gegenüber der Vorwoche um 28 Euro/MWh (0,93 Euro/kg) nach oben und lag bei einem Durchschnittswert von 163 Euro/MWh (5,44 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green notierte bei 38 Euro/MWh (1,26 Euro/kg). Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten führten zu einem deutlichen Anstieg der kurzfristigen Gaspreise. Die durchschnittlichen Spotmarktpreise beliefen sich auf 59 Euro/MWh und lagen damit rund 17 Prozent über dem Vorwochenwert.
Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch höher aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 12 Euro/MWh (0,35 Euro/kg) nach oben und notierten bei 115 Euro/MWh (3,84 Euro/kg) für den Hydex Grey beziehungsweise 130 Euro/MWh (4,33 Euro/kg) für den Hydex Blue. Grüner Wasserstoff war vergangene Woche etwas weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 21 Euro/MWh (0,71 Euro/kg) auf im Mittel 86 Euro/MWh (2,86 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 38 Euro/MWh (1,26 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de