Grenzkosten von grünem Wasserstoff steigen deutlich an
Bonn (e-bridge) - In der vergangenen Woche gingen die kurzfristigen Strompreise nach oben. Ausschlaggebend war eine niedrigere Einspeisung, insbesondere von Wind. In der Folge lagen die kurzfristigen Spotmarktpreise im Wochenvergleich rund 32 Prozent höher bei durchschnittlich 97 Euro/MWh. Dadurch gingen auch die Grenzkosten von grünem Wasserstoff nach oben. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 183 Euro/MWh (6,09 Euro/kg) und damit 50 Euro/MWh (1,65 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche. Der stundenoptimierte Hydex12 Green stieg gegenüber der Vorwoche um 45 Euro/MWh (1,48 Euro/kg) und lag bei einem Durchschnittswert von 144 Euro/MWh (4,79 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex12 Green notierte bei 39 Euro/MWh (1,31 Euro/kg).
Aufgrund der Einigung zwischen dem Iran und den USA auf eine 14‑tägige Waffenruhe gaben die kurzfristigen Gaspreise in der vergangenen Woche nach. Zwar wirkte die zeitweise Blockierung der Straße von Hormus kurzfristig preistreibend, insgesamt lagen die durchschnittlichen Spotmarktpreise jedoch bei 47 Euro/MWh und damit rund 6 Prozent unter dem Vorwochenniveau. Die Herstellungskosten für konventionellen Wasserstoff fielen dadurch niedriger aus. Die Grenzkosten gingen jeweils um 4 Euro/MWh (0,13 Euro/kg) nach unten und notierten bei 101 Euro/MWh (3,38 Euro/kg) für den Hydex Grey bzw. 114 Euro/MWh (3,79 Euro/kg) für den Hydex Blue.
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche wettbewerbsfähiger gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" erhöhte sich um 54 Euro/MWh (1,79 Euro/kg) auf im Mittel 81 Euro/MWh (2,71 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 42 Euro/MWh (1,41 Euro/kg). /Philipp Steffens, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de