Grenzkosten von grünem Wasserstoff steigen deutlich an
Bonn (energate) - Ein sehr schwaches Windaufkommen und eine geringe Solareinspeisung sorgten in Verbindung mit kühlem Wetter vergangene Woche für erhebliche Preisanstiege an den kurzfristigen Strommärkten. Die Spotpreise stiegen im Mittel um 28 Prozent auf neue Jahresrekordwerte von 146 Euro/MWh an. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten für grünen Wasserstoff. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 239 Euro/MWh (7,97 Euro/kg) und damit 49 Euro/MWh (1,64 Euro/kg) über dem Wert der Vorwoche.
Der optimierte Hydex 12 Green stieg mit 45 Euro/MWh (1,49 Euro/kg) ebenfalls deutlich an und verzeichnete in der vergangenen Woche einen Durchschnittswert von 209 Euro/MWh (6,98 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green lag bei 30 Euro/MWh (0,99 Euro/kg).
Auch Preise für konventionellen Wasserstoff steigen
Auch die Gasmärkte verzeichneten auf Wochenbasis einen Preisanstieg. Wesentliche Gründe sind die kühlen Temperaturprognosen und die aktuelle Dunkelflaute mit höherer Nachfrage für die Stromproduktion. Im Vergleich zur Vorwoche stiegen die Spotpreise um 4 Prozent und notierten bei 42 Euro/MWh. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Grey und der Hydex Blue notierten jeweils um 2 Euro/MWh höher bei 92 Euro/MWh (3,07 Euro/kg) bzw. 105 Euro/MWh (3,51 Euro/kg).
Grüner Wasserstoff war vergangene Woche erneut weniger wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" stieg um 46 Euro/MWh (1,56 Euro/kg) und notierte im Durchschnitt bei 147 Euro/MWh (4,90 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 117 Euro/MWh (3, 91 Euro/kg). /Andreas Gelfort, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de