Grenzkosten von grünem Wasserstoff gehen wieder zurück
Bonn (energate) - Ein deutlich höheres Windaufkommen in den vergangenen Tagen und am Wochenende sorgten auf Wochenbasis für Preisrückgänge an den kurzfristigen Strommärkten. Die Spotpreise gaben von einem hohen Niveau um 34 Prozent auf im Mittel 112 Euro/MWh nach. Dadurch gingen auch die Grenzkosten für grünen Wasserstoff zurück. Der Hydex Green lag im Wochendurchschnitt bei 187 Euro/MWh (6,23 Euro/kg) und damit 52 Euro/MWh (1,74 Euro/kg) unter dem Wert der Vorwoche.
Der optimierte Hydex 12 Green ging mit 34 Euro/MWh (1,13 Euro/kg) ebenfalls zurück und verzeichnete in der vergangenen Woche einen Durchschnittswert von 176 Euro/MWh (5,85 Euro/kg). Das untertägige Optimierungspotenzial der Wasserstofferzeugung auf Basis des Hydex 12 Green verringerte sich um 18 Euro/MWh und lag bei 11 Euro/MWh (0,38 Euro/kg).
Die Gasmärkte verzeichneten im Wochenvergleich einen deutlichen Preisanstieg. Verantwortlich dafür waren vor allem die wetterbedingte höhere Nachfrage und der Lieferstopp der verbliebenen Gasimporte von Russland nach Österreich durch Gazprom am vergangenen Samstag. Die Spotpreise stiegen um 10 Prozent auf ein neues Jahreshöchstniveau von 46 Euro/MWh an. Dadurch erhöhten sich auch die Grenzkosten für konventionellen Wasserstoff auf Wochenbasis. Der Hydex Grey und der Hydex Blue notierten jeweils um 6 Euro/MWh höher bei 98 Euro/MWh (3,27 Euro/kg) beziehungsweise 111 Euro/MWh (3,71 Euro/kg).
Grüner Wasserstoff verbesserte damit seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventionellem Wasserstoff. Der Hyspread "Green-Grey" verringerte sich um 58 Euro/MWh (1,94 Euro/kg) und notierte im Durchschnitt bei 89 Euro/MWh (2,96 Euro/kg). Auf Basis des Hydex 12 Green lag der Hyspread bei 77 Euro/MWh (2,58 Euro/kg). /Andreas Gelfort, E-Bridge Consulting
Der Wasserstoffindex Hydex ist kostenbasiert und bezieht sich auf die kurzfristigen Gestehungskosten von drei verschiedenen Technologien zur Herstellung von Wasserstoff, Elektrolyse (grün), Dampfreformierung, mit (blau) und ohne (grau) CO2-Speicherung. Entwickelt hat ihn das Beratungsunternehmen E-Bridge Consulting, er erscheint wöchentlich im Wasserstoff-Briefing von energate. Den aktuellen Stand finden Sie auch unter: www.e-bridge.de